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Proteste für mehr Klimaschutz : Globaler Klimastreik geht in die zweite Runde

  • Aktualisiert am

Klimaaktivisten in Erfurt sind enttäuscht von dem Klimapaket der Bundesregierung. Bild: AP

Nach dem Klimastreik mit weltweit rund vier Millionen Teilnehmern am vergangenen Freitag, ruft Fridays for Future wieder zu Protesten auf. In Deutschland versammelten sich allerdings deutlich weniger Menschen.

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          In Deutschland sind wieder Tausende Menschen für mehr Klimaschutz auf die Straße gegangen. Dem Aufruf der Organisatoren folgten am Freitag aber deutlich weniger Unterstützer als beim Klimastreik eine Woche zuvor. In Hamburg trotzten nach Angaben der Polizei 3.200 Teilnehmer dem Regenwetter. In München nahmen laut Polizei rund 2.000 Menschen bei einem Demozug durch die Innenstadt teil, in Nürnberg waren es 1.200 Demonstranten. Die Bewegung Fridays for Future hatte Demonstrationen in mindestens 65 Städten angekündigt.

          Schon am vergangenen Freitag gab es weltweit Streiks für mehr Klimaschutz. An Aktionen und Kundgebungen hatten sich nach Schätzungen von Fridays for Future weltweit rund vier Millionen Menschen beteiligt. Allein in Deutschland waren demnach rund 1,4 Millionen Menschen auf der Straße. Für heute sind Aktionen unter anderem in Kanada, Spanien, Indien, Italien, Schweden, Argentinien sowie in Chile, Dänemark, Finnland, Neuseeland und Portugal geplant.

          So fanden Demonstrationen für mehr Klimaschutz am Freitag auch in vielen spanischen Städten statt. In den Metropolen Madrid und Barcelona waren sie erst für den Abend angesetzt worden. Auf der Baleareninsel Mallorca hingegen versammelten sich nach Polizeischätzungen mindestens 5000 Aktivisten. Es ist die größte Klimaschutz-Kundgebung, die die Insel seit Beginn der Jugendbewegung Fridays for Future erlebt. Tausende zumeist junge Menschen hatten sich am Freitag schon Stunden vor dem offiziellen Beginn der Veranstaltung auf der Plaza del Tubo im Zentrum der Hauptstadt der spanischen Urlaubsinsel versammelt. Sie zogen von dort aus Richtung Rathausplatz.

          Die Jugend kämpft auf Mallorca nicht allein. Palmas Bürgermeister José Hila rief in einem auf Twitter veröffentlichten Schreiben Bürger und Unternehmen dazu auf, sich am Kampf gegen den Klimawandel zu beteiligen. Der Klimawandel und dessen Folgen seien „jeden Tag deutlicher“, sagte der Sozialist. Er warnte: „Unsere Stadt, direkt an der Küste gelegen, wird zweifelsohne die schrecklichen Konsequenzen zu spüren bekommen, wenn der Meeresspiegel steigt.“

          Protestler in Palma de Mallorca werden von dem Bürgermeister der spanischen Inselhauptstadt unterstützt.
          Protestler in Palma de Mallorca werden von dem Bürgermeister der spanischen Inselhauptstadt unterstützt. : Bild: dpa

          Auch in Italien beteiligten sich nach Veranstalterangaben mehr als eine Million meist junge Menschen an den internationalen Protesten. Mit Spruchbändern wie „Wir haben keinen Planeten B“ oder „Tötet unsere Zukunft nicht“ und Sprechchören wie „Mit Greta retten wir den Planeten“ zogen die Demonstranten in Rom rund zwei Kilometer durch die Innenstadt bis ins antike Zentrum zwischen Kaiserforen und Kolosseum.

          Schmelzende Gletscher

          Nach Angaben der Fridays for Future-Bewegung nahmen allein in der Hauptstadt mehr als 200.000 Menschen am Klimastreik teil. Die Erwartungen seien deutlich übertroffen worden. Einige Demonstranten brachten angesichts jüngster Warnungen vom Mont Blanc wegen eines Gletscherabbruchs auch ihre Sorge um das Abschmelzen der Eismassen zum Ausdruck.

          In Mailand, Italiens zweitgrößter Stadt, demonstrierten laut Organisatoren mehr als 150.000 Menschen. Mit Slogans wie „Wir wollen eine heiße Pizza, aber keinen heißen Planeten“ gingen die Schüler in Neapel auf die Straße. „Es hat keinen Sinn zu studieren ohne Zukunft“, skandierten Demonstranten in Genua. „Wenn die Erde brennt, brennt ihr mit“, hieß es in Palermo. Auch aus Turin, Florenz, Cagliari, Bari und Bozen wurden Demonstrationen mit jeweils Tausenden von Teilnehmern gemeldet.

          In der schwedischen Heimat von Klima-Aktivistin Greta Thunberg haben sich Menschen in allen größeren Städten an den internationalen Klimaprotesten beteiligt. Unter anderem in Stockholm, Uppsala, Malmö und Umeå versammelten sich am Freitagmittag etliche Menschen, um für mehr Klimaschutz zu demonstrieren. Genaue Teilnehmerzahlen waren zunächst nicht bekannt. Insgesamt waren Aktionen und Kundgebungen an mehr als 100 Orten geplant. Auch in anderen Teilen Skandinaviens wurde protestiert, darunter an mehr als 20 Orten in Finnland, wo nach Polizeiangaben allein mindestens 5000 Menschen zu einem Protest rund um das Parlament in Helsinki kamen.

          Wurzeln des Schulstreiks in Stockholm

          In Stockholm sprachen die Organisatoren der Bewegung Fridays for Future zunächst von 30.000 bis 40.000 Teilnehmern. Ein Junge, der bereits früh zu dem Protestzug gekommen war, sagte dem Fernsehsender SVT, er wolle einfach eine schöne Zukunft haben, ohne auf einen anderen Planeten flüchten zu müssen. Im Laufe des Nachmittags wollte unter anderem Popsängerin Robyn auf der Kundgebung auftreten.

          Mit einem Klimaprotest hatte in Stockholm alles angefangen: Im Alter von 15 Jahren hatte sich Thunberg im August 2018 mit einem Protestschild mit der Aufschrift „Schulstreik fürs Klima“ vor das schwedische Parlament gesetzt, um die Politik zu mehr Klimaschutz aufzufordern. Daraus hat sich die internationale Klimabewegung Fridays for Future entwickelt. Den Protesten von überwiegend jungen Teilnehmern haben sich längst auch viele Erwachsene angeschlossen.

          Thunberg selbst war am Freitag nicht dabei in Stockholm – sie war vor gut einem Monat anlässlich mehrerer Klimagipfel über den Atlantik in die Vereinigten Staaten gereist. Am Freitag wollte sie an einer Großkundgebung im kanadischen Montreal teilnehmen.

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