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Klimagipfel : Neuer Fabius-Entwurf nennt 1,5-Grad-Ziel

  • Aktualisiert am

Frankreichs Außenminister muss als Konferenz-Präsident eine Lösung forcieren. Bild: dpa

Der Konferenz-Präsident des Klimagipfels präsentiert einen neuen Vorschlag, über Nacht sollen die Minister um eine Lösung ringen. Dabei steht noch immer ein Kompromiss zwischen Industrie- und Schwellenländern aus.

          Beim Weltklimagipfel liegt ein neuer Vertragsentwurf auf dem Tisch. Nach mehrstündiger Verzögerung präsentierte Konferenz-Präsident Laurent Fabius das Papier am Donnerstagabend dem Plenum in Paris. Es habe Fortschritte gegeben, „entscheidende Punkte sind aber weiter offen“, sagte der französische Außenminister. Umstritten sind unter anderem die Klimaschutz-Finanzierung, der geplante Revisionsmechanismus zur Steigerung nationaler Klima-Ziele und die Frage nach den unterschiedlichen Pflichten für Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer. „In den nächsten Stunden müssen wir die letzten Meter auf dem Weg zu einem verbindlichen Vertrag bewältigen“, erklärte Fabius.

          Ab Mitternacht sind Ministerkonsultationen über den neuen Text geplant. Bei der UN-Konferenz soll am Freitag ein neues globales Abkommen gegen die Erderwärmung verabschiedet werden.

          Einen Fortschritt enthält der Entwurf bei der Festlegung einer Obergrenze für den globalen Temperaturanstieg. Als einzige Option steht nun im Text, Ziel sei es, die „durchschnittliche globale Erwärmung weit unter zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen und zudem Anstrengungen zu unternehmen, die Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu begrenzen (...)“ Eine Erwähnung des 1,5-Grad-Ziels hatten neben besonders bedrohten Staaten zuletzt auch Industrieländer wie Deutschland verlangt.

          Von Beginn an klar war, dass der Vertrag anders als das 2020 auslaufende Kyoto-Protokoll keine bindenden Ziele zur CO2-Reduktion für einzelne Staaten festschreiben wird. Stattdessen haben 186 Länder freiwillige Selbstverpflichtungen zum Klimaschutz vorgelegt.

          Unmut über Schwellenländer

          Ein zentraler Streit der Abschlussverhandlungen dreht sich um die unterschiedlichen Pflichten für Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer. Eine Schwellenländer-Gruppe, angeführt von China und Malaysia, will die scharfe Zweiteilung von Industrie- und Entwicklungsstaaten beibehalten, wie die Klimarahmenkonvention von 1992 sie vorsieht.

          Die EU und die Vereinigten Staaten plädieren hingegen dafür, dass auch Schwellenländer sich etwa an der Finanzierung von Klima-Hilfen für besonders arme Länder beteiligen. Außerdem treten die Industrieländer für weitgehend einheitliche Berichtspflichten beim Klimaschutz ein, wovor Länder wie China und Indien zurückschrecken. Arme Länder sollen demnach beim Aufbau eines Berichtssystems finanziell unterstützt werden.

          Aus der deutschen Delegation war am Donnerstagabend Unmut über das Vorgehen der Schwellenländer zu hören. „Auf den Fluren verbreiten interessierte Kreise noch immer, dass die EU und die USA große Teile der Differenzierung aus dem Text streichen wollten“, hieß es. Das Gegenteil aber sei der Fall: Die EU trete für eine fairere und genauere Unterscheidung der unterschiedlichen Ländergruppen ein. Die bisherige Zweiteilung werde nicht allen Ländern gerecht.

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