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Konflikt in Zentralasien : Kirgistan und Tadschikistan werfen einander abermals Angriffe vor

  • Aktualisiert am

Rauchsäulen steigen an der Grenze zwischen Kirgistan und Tadschikistan auf. Bild: EPA

Die Feuerpause soll missachtet worden sein. Tadschikistan meldet die Verlegung zusätzlicher Waffen durch Kirgistan. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in betroffene Regionen.

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          Kirgistan und Tadschikistan haben einander abermals militärische Angriffe vorgeworfen. Trotz einer am Morgen in Kraft getretenen Feuerpause habe die tadschikische Armee viermal auf kirgisische Grenzposten geschossen, erklärte der kirgisische Grenzschutz am Samstag. Der tadschikische Grenzschutz warf seinerseits der kirgisischen Seite vor, Schüsse auf Grenzposten abgegeben zu haben. Das Auswärtige Amt in Berlin warnte vor Reisen in die betroffenen Gebiete.

          In der südkirgisischen Region Batken und der nordtadschikischen Region Sughd* seien Kämpfe und Schusswechsel „nicht ausgeschlossen“, hieß es in den am Samstag aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweisen des Auswärtigen Amts in Berlin zu den beiden Ländern. Die tadschikischen Grenzeinheiten erklärten am Samstagmorgen zudem, sie hätten die „Verlegung von Verstärkungen und zusätzlichen Waffen“ durch die kirgisische Armee beobachtet. Insgesamt sei die Lage an der Grenze aber „relativ stabil“.

          Die jüngsten Gefechte ereigneten sich im tadschikischen Batken und in der kirgisischen Region Osch. Nach kirgisischen Angaben werden „Verhandlungen zwischen Vertretern der Grenzschutzbehörden Kirgistans und Tadschikistans erwartet“. Dem kirgisischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bei den Kämpfen bisher 24 Menschen getötet und 103 weitere verletzt. Zehntausende Menschen seien zudem sicherheitshalber aus den betroffenen Regionen evakuiert worden.

          970 Kilometer lange Grenze

          Am Samstagmorgen erklärte das tadschikische Innenministerium, dass auf seinem Staatsgebiet mehrere Zivilisten getötet worden seien, nannte aber keine konkreten Zahlen. Am Freitag hatten sich der kirgisische Präsident Sadyr Japarow und sein tadschikischer Kollege Emomali Rachmon am Rande des Gipfeltreffens der Schanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in Usbekistan getroffen und sich auf eine Feuerpause geeinigt. Die beiden ehemaligen Sowjetrepubliken teilen eine 970 Kilometer lange Grenze, deren Verlauf zu knapp der Hälfte umstritten ist. Die Verhandlungen zur Beilegung des Grenzstreits treten seit Jahren auf der Stelle.

          Immer wieder kommt es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, für die beide Staaten der jeweils anderen Seite die Schuld zuweisen. Die jüngsten Grenzgefechte schüren Ängste vor der gewaltsamen Zuspitzung eines weiteren Konflikts auf dem Gebiet der ehemaligen Sowjetunion, nachdem diese Woche bereits bei heftigen Kämpfen zwischen Armenien und Aserbaidschan mehr als 200 Menschen getötet worden waren.

          *Die Zuordnung der Regionen wurde korrigiert.

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