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Kims Entführung : Spätes Geständnis in Seoul

  • -Aktualisiert am

Eine schillernde Figur Südkoreas: Kim Dae-jung Bild: AP

Der Friedensnobelpreisträger Kim Dae-jung brachte Südkorea die Demokratie, doch nicht alle dankten es ihm. 1973 wurde er entführt und jahrelang gefangen gehalten. Jetzt bekannte der Schuldige sich öffentlich. Es ist der südkoreanische Geheimdienst.

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          Die Geschichte hat Kim Dae-jung längst recht gegeben. Nicht zuletzt aufgrund seines Engagements hat sich Südkorea von der Militärdiktatur befreit und ist seit mehr als zwanzig Jahren eine Demokratie. Kim Dae-jung, der ehemals verfolgte Dissident und Oppositionsführer, war fünf Jahre lang ihr Präsident. Im Jahr 2000 bekam er den Friedensnobelpreis.

          Doch es dauerte 34 Jahre, bis endlich die Wahrheit über die brutalen Methoden des damaligen Militärregimes offiziell bestätigt wurde. Der südkoreanische Geheimdienst hat jetzt zugegeben, dass er den damaligen Oppositionsführer Kim Dae-jung im Jahr 1973 aus Tokio entführt und nach Seoul verschleppt hat. Dort wurde Kim Dae-jung dann mehrere Jahre in Haft und unter Hausarrest gehalten.

          „Bis zu einem gewissen Punkt als Attentat geplant“

          Der damalige Militärmachthaber Park Chung-hee gab zumindest stillschweigende Zustimmung, wenn nicht gar den Befehl zur Entführung, heißt es in einem Bericht der „Kommission für Wahrheit und Versöhnung“, der am Mittwoch in Seoul veröffentlicht wurde.

          Kim Dae-jung 1973 in Seoul
          Kim Dae-jung 1973 in Seoul : Bild: dpa

          Nach drei Jahren der Untersuchung sah sich die Kommission aber nicht in der Lage zu bestätigen, dass der Geheimdienst Kim Dae-jung umbringen wollte und nur durch das Einschreiten Amerikas daran gehindert wurde. „Es gibt Beweise dafür, dass die Entführung bis zu einem gewissen Punkt als Attentat geplant war“, heißt es vage in dem Bericht.

          Durch die Amerikaner gerettet

          Nach der bislang verbreiteten Version der Ereignisse erfuhren japanische Regierungsmitglieder und der amerikanische Geheimdienst von der Entführung in Japan. Die Amerikaner sandten ein Flugzeug aus, welches das Boot mit dem Entführten ortete und warnten die Entführer. Dadurch wurde das Leben von Kim Dae-jung gerettet.

          Dieser hatte damals vom japanischen Exil aus eine Kampagne gegen die Militärregierung in Seoul geführt und im Ausland, besonders in Amerika Unterstützung für seinen Kampf gegen die Militärdiktatur gefunden. Kurz vor seiner Entführung aus Tokio war er von einer Amerika-Reise heimgekehrt. Der Militärmachthaber Park Chung-hee sah ihn als Gefahr für seine Macht.

          Kim Dae-jung fordert weitere Untersuchungen

          Der jetzt 82 Jahre alte Kim Dae-jung ließ über einen Sprecher verbreiten, dass er enttäuscht darüber sei, dass Park Chung-hee keine direkte Verantwortung an der Entführung zugeschrieben werde. Kim Dae-jung fordert, dass die Angelegenheit weiter untersucht wird. Die Wahrheitskommission wurde im Jahr 2004 eingesetzt und hat seither sieben schwere Fälle von Menschenrechtsverletzungen unter der Militärherrschaft untersucht.

          Vergehen des Geheimdienstes sollen offengelegt und die Ehre der Opfer wiederhergestellt werden. Die Untersuchungen der Kommission haben jedoch keine juristischen Folgen. Die Untersuchung wurde dadurch erschwert, dass die Kommission niemand zur Aussage zwingen kann - und viele Beteiligte bereits gestorben sind.

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