https://www.faz.net/-gpf-9m8yt

Kim in Russland eingetroffen : „Das ist nur der erste Schritt“

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Die Gespräche zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten stocken. Nun will sich Kim Jong-un mit Kremlchef Putin treffen. Dabei soll es nicht nur um das Atomprogramm gehen, sondern auch um wirtschaftliche Zusammenarbeit.

          Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat sich bei seinem ersten Staatsbesuch in Russland am Mittwoch zunächst mit russischen Regierungsvertretern getroffen. Ein Gipfel mit Kremlchef Wladimir Putin ist an diesem Donnerstag geplant.

          „Ich freue mich, auf russischem Boden zu sein“, sagte Kim bei der Ankunft mit seinem gepanzerten Zug in der russischen Grenzstation Chassan. Wie die dortige Gebietsverwaltung mitteilte, begrüßten unter anderem Vize-Außenminister Igor Morgulow und der Minister für den Fernen Osten, Alexander Koslow, den nordkoreanischen Machthaber.

          Der Gast kündigte demnach bereits an, dass der Russlandbesuch nicht der letzte sein werde. „Das ist nur der erste Schritt“, sagte Kim. Die russische Behörde veröffentlichte mehrere Fotos von der Ankunft. Er wird am Abend (Ortszeit) in der Hafenstadt Wladiwostok erwartet, im äußersten Osten Russlands.

          Dort will Putin mit Kim unter anderem über eine wirtschaftliche Zusammenarbeit und über das umstrittene Atomprogramm Nordkoreas sprechen. Es ist das erste Treffen der beiden Politiker. Russland ist wie die Vereinigten Staaten an einer nuklearen Abrüstung des Nachbarlandes interessiert. Zugleich setzt sich Moskau im Gegenzug für eine Lockerung der Sanktionen gegen Pjöngjang ein.

          Vor gut zwei Monaten war ein Gipfeltreffen Kims mit US-Präsident Donald Trump vorzeitig abgebrochen worden. Beide konnten sich nicht auf zentrale Fragen der atomaren Abrüstung Nordkoreas einigen. Erst kürzlich hatte Trump einen weiteren Gipfel für möglich erklärt.

          In Kims Begleitung in Russland sind hohe Beamte, darunter Vize-Außenministerin Choe Son Hui. Nach russischen Angaben ist in Wladiwostok zunächst ein Vier-Augen-Gespräch der beiden Staatschefs geplant. Im Anschluss sollen Delegationen beider Länder zusammenkommen.

          Moskau für Lockerung der Sanktionen

          Moskau setzt sich für eine Lockerung der Sanktionen im Gegenzug für ein Entgegenkommen Pjöngjangs beim Atomprogramm ein. Nach dem Gipfel wird Putin zum „Seidenstraßen“-Gipfel nach Peking reisen, wo er mit der chinesischen Führung auch über Nordkorea sprechen dürfte.

          Russland hatte Kim bereits im Mai vergangenen Jahres eingeladen. Zuletzt war es im Jahr 2011 zu einem Gipfel zwischen den Staatsoberhäuptern Russlands und Nordkoreas gekommen. Damals hatte sich der mittlerweile gestorbene Kim Jong Il mit dem damaligen Kremlchef Dmitri Medwedew getroffen.

          Weitere Themen

          Steigender Unmut, verschärfte Töne

          Nordkorea : Steigender Unmut, verschärfte Töne

          Beschlagnahmter Frachter, verstopfte Kommunikationskanäle: Monate nach dem gescheiterten Gipfel in Hanoi steht es nicht gut um den politischen Friedensprozess auf der koreanischen Halbinsel. Auf der Sachebene aber gibt es Hoffnung.

          Kurz versichert Stabilität – aber bleibt er Kanzler? Video-Seite öffnen

          Regierungskrise in Österreich : Kurz versichert Stabilität – aber bleibt er Kanzler?

          Alle Minister der FPÖ waren im Zuge der Ibiza-Video-Affäre aus der Koalition mit Kurz' ÖVP ausgetreten; die für sie nachgerückten Experten wurden nun von Präsident Alexander Van der Bellen in ihre Ämter eingeführt. Dennoch versichert Kurz, dass die Regierungsstabilität keinesfalls gefährdet sei.

          Kurz regiert mit Interimskabinett weiter Video-Seite öffnen

          Neue Minister wurden vereidigt : Kurz regiert mit Interimskabinett weiter

          Im Zuge des Video-Skandals um den FPÖ-Politiker Heinz-Christian Strache und des Austretens der rechtspopulistischen Partei aus der Regierung, vereidigte Van der Bellen die neuen Minister für das Innen-, Außen-, Verteidigungs-, Verkehrs- und Sozialressort.

          Topmeldungen

          Wer drehte das Ibiza-Video? : Ein Wiener Anwalt und seine Mandanten

          Das heimlich aufgenommene Video, das die FPÖ-Politiker Strache und Gudenus die Karriere kostete und Österreichs Regierung zu Fall brachte, läuft inzwischen unter dem Rubrum „Ibiza-Gate“. Die Hinweise auf Mittelsmänner verdichten sich.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.