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Nach Korea-Gipfel : Kim bekräftigt Wunsch nach zweitem Treffen mit Trump

  • Aktualisiert am

Gutes Treffen?: Trump und Kim bei ihrem Gipfel in Singapur im Juni Bild: AFP

Nordkoreas Machthaber möchte mit dem amerikanischen Präsidenten „zu einem frühen Zeitpunkt“ zusammenkommen, sagt Südkoreas Präsident Moon. Auch für Trump könnte ein schnelles Treffen Vorteile haben.

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          Nordkoreas Machthaber Kim Jong -un strebt nach Angaben von Südkoreas Staatschef Moon Jae-in einen zweiten Gipfel mit dem amerikanischen Präsidenten Donald Trump „zu einem frühen Zeitpunkt“ an. Außerdem wolle er einen Besuch des amerikanischen Außenministers Mike Pompeo in Pjöngjang. Das berichtete Südkoreas Präsident Moon Jae-in am Donnerstag nach der Rückkehr vom Korea-Gipfel aus Nordkorea vor der Presse in Seoul. Bei ihren dreitägigen Gesprächen habe Kim immer wieder seine Bereitschaft zur atomaren Abrüstung bekräftigt.

          Der Dialog zwischen den beiden Ländern war durch das Treffen der beiden Präsidenten in Gang gebracht worden. Pompeo lud seinen Kollegen Ri Yong-ho aus Nordkorea zu einem Treffen nächste Woche am Rande der UN-Vollversammlung in New York ein. Auch sind weitere Gespräche hoher Beamter in Wien geplant. Pompeo setzte eine Frist: Den Vereinigten Staaten gehe es um eine rasche atomare Abrüstung, die bis Januar 2021 abgeschlossen sein solle, so wie es Machthaber Kim Jong-un selbst zugesagt habe. Dann läuft die Amtszeit Donald Trump ab.

          Nach einem gemeinsamen Besuch auf dem als heilig verehrten Vulkan Paektu beendeten Kim und Südkoreas Präsident am Donnerstag ihren dritten Gipfel in diesem Jahr. Moon Jae-in flog nach Seoul zurück. Vorher hatte ihm Kim zwei Tonnen Pilze als Geschenk an den Süden geschickt. Bei der Ladung handle es sich um Matsutake oder Kiefernpilz, der dem europäischen Krokodilritterling ähnlich ist. Die Pilze sollen zum Erntedankfest Chusok in den nächsten Tagen an Mitglieder von Familien verteilt werden, die durch den Korea-Krieg (1950-53) auseinandergerissen wurden.

          Der Besuch auf dem höchsten Berg der koreanischen Halbinsel mit dem Kratersee war ungewöhnlich und überraschend von Kim vorgeschlagen worden. Der Vulkan hat für die Koreaner große mythische Bedeutung. Er gilt als Geburtsplatz von Tangun – der Legende nach der Gründer des ersten koreanischen Königreiches vor mehr als 4000 Jahren.

          Der südkoreanische Präsident und seine Gattin füllten sogar eine Plastikflasche mit Wasser des Sees, um es mit nach Hause zu nehmen. Nur wenige Südkoreaner haben den 2700 Meter hohen Vulkan an der chinesischen Grenze bisher von der nordkoreanischen Seite besucht – meist für wissenschaftliche Zwecke. Im stalinistisch geprägten Nordkorea gilt der Berg auch als Symbol der Herrscherfamilie.

          Am Vortag hatte Kim in der Gipfel-Erklärung angeboten, seine wichtigste Atomanlage Yongbyon abzubauen, wenn die Vereinigten Staaten Entgegenkommen zeigten. Auch will der Machthaber seine große Testanlage für Raketenantriebe in Sohae an der Westküste und die dortige Startrampe unter Aufsicht von „Experten betreffender Länder“ weiter abbauen. Kim Jong-un bekräftigte seine grundsätzliche Bereitschaft zur Abrüstung, ließ aber weiter offen, wann und wie sein Atomwaffen- und Raketenarsenal konkret abgebaut werden kann.

          In Washington beschrieb Außenminister Pompeo den Gipfel als „erfolgreich“. Die Vereinigten Staaten seien bereit, auf Basis dieser „wichtigen“ Zusagen sofort wieder Verhandlungen mit Nordkorea aufzunehmen. Neben dem Außenministertreffen in New York wurden Vertreter Nordkoreas zu Gesprächen mit dem Sonderbeauftragten Stephen Biegun nach Wien eingeladen. Moon wird Präsident Donald Trump am Montag am Rande des UN-Treffens in New York persönlich über die Ergebnisse seines dritten Gipfels in diesem Jahr mit Kim unterrichten.

          Als Entgegenkommen der Vereinigten Staaten fordert Nordkorea nach südkoreanischen Angaben eine gemeinsame Erklärung über das formelle Ende des Korea-Kriegs und andere Zugeständnisse. Wenn Nordkorea von „korrespondierenden Maßnahmen“ spreche, beziehe sich das wohl auch auf eine solche Erklärung, sagte Südkoreas Atomunterhändler Lee Do-hoon. „Es gibt Dinge, die Nordkorea erwartet.“ Nordkorea fordert auch ein Ende der internationalen Sanktionen.

          Ein Tauschgeschäft mit Kim?

          Die koreanische Halbinsel ist völkerrechtlich noch im Kriegszustand, weil zwischen den einstigen Gegnern nur ein Waffenstillstand vereinbart wurde – kein Friedensvertrag. Die Vereinigten Staaten hatten damals die UN-Truppen an der Seite Südkoreas angeführt. Schon bei ihrem ersten Gipfel im April hatten sich Kim und Moon darauf geeinigt, mit den Vereinigten Staaten oder zu viert mit China, das an Nordkoreas Seite gekämpft hatte, eine Erklärung zum Kriegsende anzustreben.

          Südkoreas Atomunterhändler äußerte sich zuversichtlich, dass es – wie von Kim vorgeschlagen – jetzt zu einem zweiten Gipfel zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber kommt. Beide waren im Juni in Singapur zu einem historischen Gipfel zusammengetroffen. Experten hielten es für sehr wahrscheinlich, dass es noch vor den Kongresswahlen in den Vereinigten Staaten im November ein neues Treffen geben werde. Trump könne damit dem „negativen Nachrichtenzyklus entkommen“, sagte Woo Jung-yeop, Direktor für strategische Studien am Sejong Institut.

          Ein „großes Tauschgeschäft mit Kim“ könne ihm viel Unterstützung bei den Wählern bringen, sagte auch Harry Kazianis von der Denkfabrik Center of National Interest, der „zu hundert Prozent“ mit einem zweiten Gipfel rechnet. Die Experten gingen auch davon aus, dass Südkoreas Präsident von seiner Begegnung mit Kim weitere konkrete Ergebnisse zu seinen Gesprächen am Montag mit Trump mitnehmen werde, die noch nicht veröffentlicht worden seien.

          Die Experten gehen aber davon aus, dass die atomare Abrüstung Nordkoreas keineswegs bis 2021 erreicht werden könne, sondern ein „jahrzehntelanger“ Prozess werde. „Selbst wenn wir eine Vereinbarung haben, wird es schwierig sein, diese umzusetzen“, sagte Experte Woo.

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