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Kiew : Ukrainische Aktivistin stirbt nach Säureanschlag

  • Aktualisiert am

Gedenken an die Aktivistin vor dem Innenministerium in Kiew Bild: AFP

Jekaterina Gandsjuk ist tot. Die in der Ukraine bekannte Kämpferin gegen die Korruption erlag ihren Verletzungen nach einem Attentat mit Schwefelsäure.

          Eine bekannte ukrainische Korruptionsbekämpferin ist drei Monate nach einem Säureanschlag ihren Verletzungen erlegen. Präsident Petro Poroschenko bestätigte am Sonntagabend den Tod von Jekaterina Gandsjuk in einem Krankenhaus in Kiew. Er forderte die Polizei dazu auf, alles zu tun, um den Fall aufzuklären.

          Die 33-Jährige hatte in ihrer Heimatstadt Cherson am Schwarzen Meer Fälle von Korruption bei der Polizei öffentlich gemacht. Im Sommer wurde sie mit Schwefelsäure angegriffen und erlitt lebensgefährliche Hautverletzungen.

          Fünf Festnahmen

          Aktivisten von regierungsunabhängigen Organisationen in der Ukraine beklagen seit längerem, dass Bedrohungen und Angriffe zunehmen, die Polizei sie aber nicht schütze. Gandsjuk selbst fragte noch wenige Wochen vor ihrem Tod in einer Videobotschaft: „Warum ermutigen wir Menschen zu sozialem Engagement, wenn wir sie dann nicht schützen?“

          Jekaterina Gandsjuk

          EU-Erweiterungskommissar Johannes Hahn twitterte: „Angriffe auf Aktivisten der Zivilgesellschaft sind inakzeptabel. Die Verantwortlichen für dieses heimtückische Verbrechen müssen zur Rechenschaft gezogen werden.“ Im Fall Gandsjuk haben die ukrainischen Behörden fünf Männer festgenommen. Offen bleibt jedoch, ob der Angriff damit bereits aufgeklärt ist.

          Jekaterina Gandsjuk, die als Beraterin für den Bürgermeister der südukrainischen Hafenstadt Cherson arbeitete, hatte ihre Wohnung am frühen Morgen des 31. Juli verlassen, als sie angegriffen wurde. Ein Mann übergoss sie mit etwa einem Liter Schwefelsäure und flüchtete.

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