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Isis-Vormarsch : Kerry droht: Amerika könnte bald losschlagen

  • Aktualisiert am

Die Raffinerie Baidschi Bild: REUTERS

Die Vereinigten Staaten würden die vorrückenden Terroristen auch angreifen, wenn der Irak noch keine Regierung gebildet habe, sagte der Außenminister. Die Milizen haben die größte Ölraffinerie des Landes eingenommen.

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          Angesichts des Vormarsches der islamistischen Terrorgruppe Isis sind die Vereinigten Staaten auch vor Abschluss einer Regierungsbildung im Irak zu Militärschlägen bereit. „Die Kämpfer der Isis stellen eine Gefahr dar“, sagte der amerikanische Außenminister John Kerry in Bagdad. „Ihnen kann nirgendwo ein sicherer Zufluchtsort gewährt werden“. Präsident Barack Obama könnte auch Luftangriffe anordnen, wenn der Irak über noch keine Regierung verfüge.

          Zugleich drängen Kerry darauf, dass sich die Politiker der Schiiten, Sunniten und Kurden auf eine Regierung der nationalen Einheit verständigen. „Der Irak steht vor einer existenziellen Bedrohung, und die irakischen Führer müssen dieser Bedrohung mit der gebotenen Eile begegnen“, sagte Kerry. Dies sei nicht in der kommenden Woche oder im kommenden Monat, sondern jetzt. „Isis kämpft, um den Irak zu teilen und zu zerstören“, sagte Kerry.

          Weitere Erfolge für Isis

          Unterdessen haben die Terroristen die Kontrolle über die größte Ölraffinerie des Iraks übernommen. Nach fast zweiwöchiger Belagerung haben die letzten Regierungstruppen ihre Posten rund um die Anlage verlassen, sagte ein Polizist vor Ort per Telefon. Die Raffinerie sei nun von Stämmen besetzt, die gemeinsam mit Isis kämpften.

          Die Dschihadisten rücken zudem weiter vor. Sie eroberten am Montag unter anderem die Stadt al Alam südöstlich der Stadt Tikrit. Isis will über Landesgrenzen hinweg ein Kalifat im Nahen Osten errichten.

          Während die Terroristen Erfolge feiern, können sich Iraks führende Politiker weiter nicht auf eine Regierung einigen. Regierungschef al Maliki steht in der Kritik, weil seine von Schiiten dominierte Regierung die Sunniten im Irak diskriminiert. Laut dem Nachrichtenportal „ al Sumaria“ sagte er beim Treffen mit Kerry, die stärkste politische Kraft im Land müsse die nächste Regierung bilden. Al-Maliki war aus den Parlamentswahlen im Mai mit seiner Rechtsstaats-Allianz als Sieger hervorgegangen. Der Regierungschef ist seit 2006 im Amt.

          Das Problem bei der Regierungsbildung besteht nicht nur darin, dass es einen Machtkampf zwischen Schiiten, Sunniten und Kurden gibt, sondern auch zwischen Politikern der einzelnen Lager.  Die Parteien könnten sich laut einem amerikanischen Beamten in Bagdad bislang nicht auf die Kandidaten einigen.

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