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Kenia : Sicherheitskräfte stürmen Einkaufszentrum in Nairobi

  • -Aktualisiert am

Die Westgate Shopping Mall in Nairobi Bild: dpa

Die Belagerung eines Einkaufszentrums in Nairobi dauert bereits seit drei Tagen an. Die Einsatzkräfte rücken immer weiter vor. Offenbar haben sie die Terroristen in die Enge getrieben. Ergeben wollen sich die Islamisten aber nicht.

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          Drei Tage nach Beginn des Geiseldramas in einem Einkaufszentrum in Nairobi ist die kenianische Armee am Montagmittag abermals mit schweren Waffen gegen die zehn bis 15 Terroristen vorgegangen, die sich mit einer unbekannten Zahl von Geiseln in dem Gebäude aufhielten. Über der „Westgate Shopping Mall“ stieg am Nachmittag eine dicke schwarze Rauchwolke auf, die offensichtlich von mehreren Explosionen herrührte. Zudem waren heftiges Gewehrfeuer und Abschussgeräusche von Panzerfäusten zu hören. Die Kämpfe dauerten auch am Abend an

          Das kenianische Innenministerium hatte die Zahl der in der Gewalt der Terroristen verbliebenen Geiseln vor dem Angriff mit „rund zehn“ angegeben. Innenminister Joseph Ole Lenku sagte am Nachmittag, nahezu alle Geiseln seien in Sicherheit gebracht worden. Nach Angaben aus anderen Quellen handelt es sich bei den Befreiten allerdings um Besucher des Einkaufszentrums, die sich seit Beginn des Angriffs am vergangenen Samstag in diversen Geschäften versteckt gehalten hatten.

          Zahl der Todesopfer dürfte höher sein

          Am Abend teilte der Innenminister mit, die Sicherheitskräfte seien noch die ganze Nacht im Einsatz. Ein Ende des Geiseldramas sei jetzt aber abzusehen. Lenku sprach am Nachmittag von 62 Toten, die es seit Samstag gegeben habe. Die Zahl der Todesopfer dürfte allerdings deutlich höher sein, weil die Soldaten bei ihrem Vorrücken offenbar noch zahlreiche Leichen gefunden haben. Das stets gut informierte kenianische Rote Kreuz sprach am Montag von mindestens 68 Toten und mindestens 62 Personen, die nach wie vor vermisst werden.

          Kenianische Polizisten umstellen am Montag das Einkaufszentrum
          Kenianische Polizisten umstellen am Montag das Einkaufszentrum : Bild: AFP

          Der Sprecher der radikalen islamistischen somalischen Shabaab-Miliz, Sheik Ali Muhammad Rage, hatte am Morgen mit der Erschießung der Geiseln gedroht, sollte die kenianische Armee weiter gegen die Terroristen vorgehen. Die unter dem Banner des Terrornetzes Al Qaida kämpfenden Extremisten hatten sich am Samstag zu dem Angriff bekannt. Sie wollen das Massaker als Vergeltung für die Präsenz der kenianischen Armee in Somalia verstanden wissen. Rage hatte Verhandlungen mit den kenianischen Sicherheitskräften ausgeschlossen und den „Märtyrertod der Mudschahedin“ angekündigt. Am späten Sonntagabend hatten kenianische Soldaten offenbar versucht, sich aus Hubschraubern auf das Dach des Einkaufszentrums abzuseilen. Nach unbestätigten Angaben hatten die Terroristen daraufhin mehrere Geiseln getötet und ihre Leichen aus dem Fenster geworfen. Da die Gegend um das Einkaufszentrum seit Sonntag weiträumig abgesperrt ist und die kenianischen Behörden zudem eine äußerst restriktive Informationspolitik betreiben, sind viele der gegenwärtig verbreiteten Nachrichten Informationen aus zweiter und dritter Hand.

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