https://www.faz.net/-gpf-8ohk6

F.A.S. exklusiv : Bundesregierung sieht keine Zukunft mit Assad

  • Aktualisiert am

Der Konterfei von Präsident Assad ziert eine Fassade in der syrischen Stadt Aleppo Bild: Reuters

Außenpolitiker in Berlin warnen im Syrien-Krieg vor einem gesonderten Deal zwischen Russland und der Türkei. Machthaber Assad sei „die Figur, mit der es keinen Frieden gibt“. Dem Westen drohe ein „diplomatisches Desaster“.

          1 Min.

          Nach der Einnahme von Aleppo durch die syrische Armee lehnt Deutschland direkte Verhandlungen mit dem syrischen Präsidenten Assad weiter ab. „Assad ist das Vehikel für Russland und Iran, er ist kein wirklich entscheidender Akteur“, sagte Norbert Röttgen, der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.). Der syrische Diktator sei „die Figur, mit der es keinen Frieden gibt“, sagte der CDU-Politiker.

          Aus dem Auswärtigen Amt erfuhr die F.A.S., die Einnahme von Aleppo habe die Haltung der Bundesregierung zu Assad nicht geändert. „Es wird auf Dauer keine Zukunft mit Assad geben“, sagte auch der SPD-Außenpolitiker Niels Annen der Zeitung. „Dennoch müssen wir mit der Realität umgehen, dass das Regime in Damaskus durch den Sieg in Aleppo gestärkt worden ist“, sagte Annen zugleich.

          Die Außenpolitiker warnten davor, dass Russland und die Türkei eine gesonderte Absprache über Syrien treffen könnten. „Eine der gefährlichsten Entwicklungen ist ein russisch-türkisches Arrangement in Syrien“, sagte Röttgen. Hier drohe „ein weiteres diplomatisches Desaster für den Westen“. Auch Annen warnte vor einem „Deal zwischen Putin und Erdogan“. Moskau könnte die Präsenz der Türkei im Norden Syriens akzeptieren, die sich gegen die Kurden richtet, wenn Ankara im Gegenzug dafür nicht mehr die Assad-Gegner unterstützt.

          Hintergrund der Sorgen ist auch, dass es den Amerikanern offenbar nicht gelungen war, vor der Übergabe Ost-Aleppos die Rebellen zu bindenden Vereinbarungen zu bewegen. Die entscheidenden Absprachen mit den Rebellen sollen von der türkischen Regierung vermittelt worden sein, berichtet die F.A.S.

          Syrien : Evakuierung Ost-Aleppos unterbrochen

          Weitere Themen

          Meuthen startet Angriff auf rechtes Lager Video-Seite öffnen

          AfD-Parteitag : Meuthen startet Angriff auf rechtes Lager

          Auf dem AfD-Bundesparteitag hat Parteichef Jörg Meuthen einen Frontalangriff auf das rechte Lager gestartet. In seiner Rede in Kalkar kritisierte er eine zunehmend radikale Wortwahl und warnte vor der Nähe zur Querdenken-Bewegung.

          Alles nur Symbolik?

          Abschiebungen nach Syrien : Alles nur Symbolik?

          Wieder ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Gefährder und Straftäter nach Syrien abgeschoben werden sollten. Dabei sind die rechtlichen und praktischen Probleme unverändert.

          Topmeldungen

          Hier soll Impfstoff abgefüllt werden: im Werk des Impfstoffherstellers IDT Biologika in Dessau-Roßlau

          Wer? Wann? Wo? : Was Sie über die Corona-Impfung wissen müssen

          Bald soll es losgehen mit der Impfung: Kann man sich aussuchen, welchen Impfstoff man bekommt? Wie wirken mRNA-Vakzine? Was ist mit Nebenwirkungen? Und muss man sich aktiv um einen Impftermin kümmern? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.