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Keine Antwort für Seenotretter : „Alan Kurdi“ nimmt Kurs auf Marseille

  • Aktualisiert am

Rettungsschiff Alan Kurdi, hier im Juni 2019 vor Sizilien Bild: dpa

Das deutsche Seenotrettungsschiff „Alan Kurdi“ mit 133 Geretteten an Bord ist weiter auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Jetzt steuert es Frankreich an.

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          Nach tagelangem vergeblichen Warten auf einen sicheren Hafen hat das deutsche Seenotrettungsschiff „Alan Kurdi“ Kurs auf die französische Küste genommen. Bis Dienstagabend habe keine europäische Rettungsleitstelle die Koordinierung für die 125 Flüchtlinge auf dem Schiff übernommen, erklärte die Hilfsorganisation Sea-Eye am Mittwoch in Regensburg. Wegen dieser Untätigkeit steuere der Kapitän nun den ursprünglichen Zielhafen Marseille an, wo nach dem Einsatz ein Wechsel der Crew geplant war.

          Die Mannschaft der „Alan Kurdi“ hatte am Samstag in drei Einsätzen vor der libyschen Küste 133 Menschen aus Seenot gerettet und dann zunächst vor der italienischen Insel Lampedusa auf eine Erlaubnis zur Einfahrt in einen europäischen Hafen gewartet. Die italienische Küstenwache evakuierte am Dienstag zwei Frauen, einen Mann und fünf Kinder, darunter ein fünf Monate altes Baby. Alle Bitten um eine Hafeneinfahrt seien aber vergeblich gewesen, erklärte Sea-Eye in Regensburg. „Die maltesische Rettungsleitstelle lehnte schlicht ab. Die italienische Rettungsleitstelle verwies auf die deutsche Leitstelle in Bremen und von dort aus wurden die Anfragen an das Bundesverkehrsministerium und das Auswärtige Amt weitergeleitet.“

          Jan Ribbeck, Rettungsleiter und Vorstand bei Sea-Eye, betonte: „Die gemeinsame Pflicht zur Koordination von Seenotfällen endet nicht in Stillschweigen und Untätigkeit der Behörden. Sie gilt solange weiter, bis die Rettungsoperation mit der Verbringung der geretteten Menschen in einen sicheren Hafen abgeschlossen ist.“

          Mit Blick auf das spanische Rettungsschiff „Open Arms“, auf dem die Lage nach tagelangem Warten derart verzweifelt war, dass Dutzende Gerettete vor Palermo über Bord sprangen, erklärte der Sea-Eye-Vorsitzende Gordon Isler: „In eine solche unkontrollierbare Situation wollen wir uns nicht bringen lassen. Eine weitere Blockade werden wir nicht akzeptieren.“

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