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Klimagipfel abgesagt : Chilenischer Offenbarungseid

  • -Aktualisiert am

Bild: Reuters

Präsident Piñera hatte keine Wahl. Er kann nicht für sichere Gipfeltreffen bürgen. Und er darf keine Staatsbankette ausrichten, während das verarmende Volk aufbegehrt.

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          Es wird ein logistischer Kraftakt, aber die Klima-Unterhändler aller Länder werden schon einen Ort für die UN-Klimakonferenz im Dezember finden. Um das Gipfeltreffen der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft wird man nicht bangen müssen. Dafür umso mehr um Chile, dessen Präsident Piñera die beiden Großereignisse wegen des Aufruhrs in seinem Land nun abgesagt hat.

          Das ist einerseits ein Offenbarungseid: Das Land, das sich lange als ökonomischer Leuchtturm Lateinamerikas begriff, kann nicht mehr für den reibungslosen Ablauf internationaler Konferenzen bürgen; kürzlich schon waren Soldaten in Santiago aufmarschiert.

          Andererseits ist die doppelte Absage ein weiterer Versuch des Präsidenten, den aufbegehrenden Chilenen zu signalisieren, dass er sie verstanden habe. Seine Kabinettsumbildung hat offenkundig nicht genügt, um die Wut der Leute über die herrschende Elite zu bändigen. Da wollte sich Piñera nicht in die Lage bringen, Straßen für Staatskarossen zu sperren und Galadiners auszurichten, während die Armen und Verarmenden gegen die Klassengesellschaft protestieren.

          Andreas Ross

          Verantwortlicher Redakteur für Politik Online und stellvertretender verantwortlicher Redakteur für Nachrichten.

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