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Kaukasischer Terrorist : Umarow angeblich seit Monaten tot

Umarow in einer Videoaufnahme aus dem Jahr 2007 Bild: dpa

Doku Umarow wurde schon oft für tot erklärt. Jetzt, heißt es, sei der frühere russische „Staatsfeind Nummer eins“ tatsächlich gestorben. Aber nicht im Kampf.

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          Der islamistische Terrorist Doku Umarow soll schon im vergangenen Sommer gestorben sein. Das berichtete die russische Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch unter Berufung auf „frühere Mitstreiter“ des selbsternannten „Emirs des Nordkaukasus“. Zum Nachfolger Umarows soll nach längeren Streitigkeiten der frühere Schariarichter Magomed Suleimanow aus Dagestan ernannt worden sein, der sich selbst „Scheich Ali Abu Muhammad“ nenne. Nach ihm wird gefahndet.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Russische und amerikanische Geheimdienste bestätigten am Mittwoch zunächst nicht den Bericht des Islamisten zugerechneten Internetportals „kavkazcenter.com“, das am Dienstag offiziell den „Märtyrertod“ Umarows bekanntgegeben hatte. Russische Sicherheitskräfte hatten den „Emir“ schon häufig totgesagt. Im Januar hatte der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow geäußert, zu „99,9 Prozent“ sei Umarow schon tot. Darauf hätten abgehörte Telefonate hingedeutet. Es fehle nur noch seine Leiche, hatte Kadyrow gesagt. Unter Bezugnahme auf die Islamisten fragte er nach Bekanntwerden der Mitteilung über den Tod Umarows rhetorisch: „Nun haben diese Ratten das selbst bestätigt. Was brauchen die Geheimdienste und Medien noch, um an den Tod zu glauben?“.

          Woran und wann Umarow gestorben oder ums Leben gekommen sein soll, ging aus der Mitteilung der Islamisten nicht hervor. Quellen des „Kommersant“ äußerten, die letzte Botschaft Umarows an seine Gefolgsleute sei im Juni aufgenommen worden. Womöglich sei der Untergrundkämpfer an Wundbrand gestorben, der sich auf der Grundlage einer Diabeteserkrankung entwickelt habe.

          Umarow galt jahrelang als Russlands „Staatsfeind Nummer eins“. Er hatte sich unter anderem zu Anschlägen auf die Moskauer U-Bahn 2010 und im Flughafen Domodjedowo 2011 bekannt, bei denen Dutzende Menschen getötet wurden. Auch die Selbstmordattentäter von Wolgograd im Dezember 2013, die mehr als 30 Menschen mit in den Tod rissen, hatten sich auf Umarow berufen.

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