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Missbrauchsskandal : Er will am Deckel des Schweigens rütteln

Untersuchte als Präsident einer unabhängigen Kommission Missbrauchsfälle in Frankreichs katholischer Kirche: Jean-Marc Sauvé Bild: AFP

Mit einem umfassenden Missbrauchsbericht hat Jean-Marc Sauvé der katholischen Kirche Frankreichs ihre Abgründe präsentiert – und ein Erdbeben ausgelöst.

          4 Min.

          Als junger Mann wollte Jean-Marc Sauvé Priester werden. Jetzt hat der pensionierte Spitzenbeamte in der katholischen Kirche Frankreichs ein Erdbeben herbeigeführt. Insgesamt 216.000 Kinder und Jugendliche wurden in den vergangenen 70 Jahren Opfer von sexuellem Missbrauch durch Geistliche. Es handelt sich um „massive und systemische Ge­walt“. Zu diesem Schluss kommt die un­abhängige Kommission, die unter Vorsitz Sauvés in den vergangenen 32 Monaten Missstände in der Kirche untersucht hat.

          Michaela Wiegel
          Politische Korrespondentin mit Sitz in Paris.

          „Ganz eindeutig war die kirchliche Institution weder dazu in der Lage, diesen Gewalttaten vorzubeugen, noch sie zu erkennen und noch weniger, mit der erforderlichen Entschlossenheit dagegen vorzugehen“, sagte Sauvé bei der Vorstellung des Abschlussberichts.

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