https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/kataloniens-fuehrung-gefaehrdet-die-stabilitaet-spaniens-15229843.html

König Felipe : „Stabilität Kataloniens und ganz Spaniens in Gefahr“

  • Aktualisiert am

König Felipe: Liegt in der Verantwortung des Staates, die verfassungsmäßige Ordnung sicherzustellen. Bild: Reuters

Spaniens König Felipe äußert sich erstmals in einer Fernsehansprache zum Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien. Dabei kritisiert er die Regionalregierung scharf. In Barcelona demonstrierten Hunderttausende gegen Polizeigewalt.

          1 Min.

          Mit scharfer Kritik an der Regionalregierung in Katalonien hat sich der spanische König Felipe VI. erstmals in den Konflikt um die Unabhängigkeitsbestrebungen in der Region eingeschaltet. Mit ihrem Vorhaben, in den nächsten Tagen die Abspaltung von Spanien auszurufen, setze die Regierung in Barcelona „die wirtschaftliche und soziale Stabilität“ Kataloniens und ganz Spaniens aufs Spiel, sagte der Monarch am späten Dienstagabend in einer TV-Ansprache an die Nation.

          Die Regionalregierung von Carles Puigdemont könnte nach dem Sieg des „Ja“-Lagers bei einem umstrittenen Referendum am Sonntag schon in den nächsten Tagen die Loslösung von Spanien ausrufen. Barcelona hatte das Referendum ungeachtet eines Verbots durch das Verfassungsgericht und auch gegen den Willen der Zentralregierung in Madrid abgehalten.

          Die Regionalregierung bewege sich „außerhalb des Gesetzes“ und habe Katalonien mit ihren Aktionen entzweit, sagte Felipe. „Es sind schwierige Zeiten, aber wir werden sie überwinden und vorwärtskommen“, sagte das 49 Jahre alte Staatsoberhaupt. Allen Spaniern wolle er „eine Botschaft der Ruhe und der Hoffnung“ übermitteln. Ohne demokratischen Respekt gebe es kein friedliches Zusammenleben. Es liege in der „Verantwortung des Staates, die verfassungsmäßige Ordnung sicherzustellen.“

          Nachdem es schon am Sonntag große Kundgebungen für Unabhängigkeit gegeben hatte, gingen am Dienstag erneut Hunderttausende Separatisten in ganz Katalonien auf die Straßen. Im Rahmen eines von Gewerkschaften und anderen Organisationen ausgerufenen Generalstreiks protestierten sie gegen den harten Einsatz der von Madrid entsandten Polizeieinheiten während des Referendums. Diese hatten den Auftrag, die Abhaltung der Abstimmung zu verhindern. Nach amtlichen Angaben wurden knapp 900 Bürger verletzt.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Kanzler Olaf Scholz am Dienstag bei einer Pressekonferenz mit Mahmud Abbas

          Holocaust-Äußerung von Abbas : Der Kanzler muss Flagge zeigen

          Deutschland hat gute Gründe für seine Sicht auf den Holocaust und dessen Einzigartigkeit. Diese Haltung gilt es zu verfechten. Doch Bundeskanzler Scholz steht wie ein begossener Pudel da, anstatt Farbe zu bekennen.
          Geerntete Zapfen der Küstentanne

          Große Küstentanne : Zapfenernte für den Wald der Zukunft

          Welche Bäume trotzen dem Klimawandel? Das Forstamt Rüdesheim sieht für die Große Küstentanne eine gute Perspektive, obwohl ihr Holz nicht für Möbel taugt. Baumpflücker ernten derzeit die Zapfen für künftiges Saatgut.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.