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Katalonien : Spanische Polizei nimmt zwölf Separatisten fest

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Katalanische Bürgermeister demonstrieren in Barcelona gegen das Verbot des Unabhängigkeitsreferendums. Bild: dpa

Niemals werde die spanische Regierung eine Separation Kataloniens zulassen, heißt es aus Madrid. Nun geht die Polizei gegen die Separatisten vor.

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          Eineinhalb Wochen vor einem umstrittenen Referendum über die Abspaltung von Spanien sind in der Region Katalonien erstmals Separatisten festgenommen worden. Unter den zwölf Politikern und Beamten, die am Mittwoch in der katalanischen Hauptstadt Barcelona abgeführt worden seien, sei der stellvertretende katalanische Minister für Wirtschaft und Finanzen, Josep Maria Jové, berichteten Medien unter Berufung auf die paramilitärische Polizeieinheit Guardia Civil.

          Als Protest gegen die Festnahmen versammelten sich Hunderte Menschen vor Gebäuden von Regionalbehörden, die zuvor am frühen Vormittag von der Guardia Civil durchsucht worden waren. „No pasarán!“ (Sie werden nicht durchkommen) und „Raus mit der spanischen Polizei!“, skandierten die Demonstranten.

          Das von der Regionalregierung von Carles Puigdemont ausgerufene Referendum soll am 1. Oktober ungeachtet mehrerer Verbote des Verfassungsgerichts und von strafrechtlichen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft auch gegen den Widerstand der Zentralregierung durchgeführt werden. Nach den Durchsuchungen und Festnahmen berief Puigdemont eine Krisensitzung seiner Regionalregierung ein.

          Mit mehreren Maßnahmen versuchen Justiz und Zentralregierung, die Separatisten von den Unabhängigkeitsplänen abzubringen. Spaniens Regierung betrachtet die Volksabstimmung als illegal. Die Generalstaatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen mehr als 700 katalanische Bürgermeister eingeleitet, die das für den 1. Oktober geplante Unabhängigkeitsreferendum unterstützen. Rund 50 von ihnen erhielten eine offizielle Vorladung. Wer nicht erscheint, dem droht die Festnahme.

          Mehr als zwei Drittel der Bürgermeister in Katalonien haben angekündigt, Schulen und andere Gebäude als Wahllokale für das Referendum zu öffnen. Bei den meisten handelt es sich um kleine Städte auf dem Land. Fünf der zehn größten Städte der Region wollen dagegen bei der Abhaltung des Referendums nicht helfen.

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