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Katalanischer Nationalfeiertag : Hunderttausende fordern die Unabhängigkeit von Spanien

  • Aktualisiert am

Die katalanische Unabhängigkeitsflagge wird während einer Demonstration in Barcelona hochgehalten. Bild: Reuters

In Barcelona sind etwa 400.000 Menschen für die Unabhängigkeit Kataloniens auf die Straße gegangen. Auf politischer Ebene entspannt sich dagegen die Situation.

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          Wenige Tage vor Gesprächen zwischen Spaniens Zentralregierung und der katalanischen Regionalregierung haben am Samstag Hunderttausende in Barcelona für die Unabhängigkeit Kataloniens von Spanien demonstriert. Nach Angaben der separatistischen Bürgerbewegung Katalanische Nationalversammlung (ANC), die wie jedes Jahr am katalanischen Nationalfeiertag Diada zu dem Marsch durch Barcelona aufgerufen hatte, beteiligten sich etwa 400.000 Menschen. Die Polizei schätzte die Zahl hingegen nur auf 108.000, wie die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete. Das waren deutlich weniger als in den Jahren vor der Corona-Pandemie, als zum Teil mehr als eine Million Menschen teilnahmen. Auf dem Höhepunkt der Unabhängigkeitsbewegung im Jahr 2014 waren schätzungsweise 1,8 Millionen Menschen in der Stadt zusammengeströmt.

          Sprecher der Separatisten bekräftigten am Samstag ihre Forderung nach Selbstbestimmung. Sie wollen die Unabhängigkeit und Abspaltung ihrer Region von Spanien. Die Zentralregierung dagegen will den Katalanen höchstens mehr Autonomie zugestehen. Dass Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez einem Referendum über die Unabhängigkeit zustimmt, gilt als höchst unwahrscheinlich.

          Zudem erlaubt die spanische Verfassung eine solche Volksbefragung nicht. Die Bevölkerung Kataloniens ist gespalten. In etwa die Hälfte will Umfragen zufolge die Unabhängigkeit, die andere nicht. Am Samstag schrieb Sánchez im Onlinedienst Twitter, dass er beim anstehenden Dialog mit der katalanischen Regionalregierung jenes, „was uns vereint“, voranbringen und positive Ergebnisse für Katalonien erreichen wolle.

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          ANC-Präsidentin Elisenda Paluzie rief alle Separatisten zur Einigkeit auf. Tatsächlich sind sie aber über den Weg zur Unabhängigkeit zerstritten: Einige wollen den Zentralstaat bewegen, einem Referendum über die Unabhängigkeit zuzustimmen; andere halten dies für aussichtslos und wollen die Region im Nordosten des Landes notfalls auch gegen den Widerstand Madrids von Spanien abtrennen.

          Die Diada wird jedes Jahr am 11. September begangen. Eher ungewöhnlich wird dabei eine Niederlage gefeiert: Im Jahr 1714 wurde an diesem Tag Barcelona von den Truppen des spanischen Königs Philipp V. erobert, nachdem die Katalanen im Spanischen Erbfolgekrieg dessen Gegenspieler unterstützt hatten. Katalonien verlor damit seine Selbstverwaltung.

          Vor vier Jahren hatte eine illegale Volksabstimmung und eine darauffolgende einseitige Unabhängigkeitserklärung der katalanischen Regionalregierung in Spanien eine schwere politische Krise ausgelöst. Die damalige konservative Zentralregierung in Madrid reagierte, indem sie die Regionalregierung absetzte und Anführer der Unabhängigkeitsbewegung vor Gericht stellte. Neun Unabhängigkeitsbefürworter wurden zu Haftstrafen zwischen neun und 13 Jahren verurteilt. Der heutige sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez begnadigte die Verurteilten aber im vergangenen Juni. In Madrid hatte es im Vorfeld deswegen erhebliche Proteste gegeben.

          Die Spannungen wurden zuletzt dadurch angeheizt, dass die Regierung in Madrid Pläne zur Erweiterung des Flughafens von Barcelona auf Eis legte. Als Begründung wurde ein „Mangel an Vertrauen“ in die Regionalregierung angeführt.

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