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Kaschmir-Konflikt : Weiter Unruhe im indisch kontrollierten Teil Kaschmirs

Bild: dpa

Die Gefechte an der Grenze zwischen Indien und Pakistan dauern an. Nun hat Pakistans Regierung angekündigt, sich in der Sache an den Internationalen Gerichtshof wenden zu wollen.

          Das von Indien kontrollierte Gebiet Kaschmirs ist weiter unruhig. Wie befürchtet, ist es nun zum ersten Mal seit der Änderung im Autonomiestatus der Region zu Gefechten zwischen Aufständischen und Regierungstruppen gekommen. Nach Angaben eines Polizeisprechers kamen ein mutmaßlicher Terrorist und ein Polizist bei einem Schusswechsel im Distrikt Baramulla ums Leben. Demnach hatte der getötete Aufständische Verbindungen zu einer pakistanischen Islamistengruppe mit dem Namen Lashkar-e-Taiba. Bei ihm seien Waffen und Munition gefunden worden, schrieb die indische Polizei auf Twitter.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Der indischen Presse zufolge hatte die Polizei zuvor einen Hinweis bekommen, dass sich der mutmaßliche Terrorist in einem Haus in Baramulla versteckt halte. Als sie die Berichte prüfen wollte, seien die Sicherheitskräfte aus dem Haus beschossen worden. Der Schusswechsel hatte am späten Dienstagabend begonnen und war erst in den frühen Morgenstunden des Mittwochs beendet. Im Verlauf des Zwischenfalls seien die Sicherheitskräfte außerdem von Anwohnern mit Steinen beworfen worden, berichtete die indische Presse.

          Es war der erste derartige Vorfall, seitdem die Regierung in Delhi Anfang August den Sonderstatus der Region Kaschmir aus der Verfassung gestrichen hatte. Seither herrschen in dem Gebiet erhöhte Sicherheitsvorkehrungen, die aber nach und nach gelockert werden. Seit Tagen gibt es auch wiederholt Scharmützel entlang der faktischen Grenzen zwischen Indien und Pakistan. Dabei sollen mehrere Menschen getötet worden sein. Die genaue Zahl der Toten ist umstritten. Pakistan schrieb von drei getöteten Zivilisten entlang der Kontrolllinie durch indisches Artilleriefeuer. Die Agentur Press Trust of India vermeldete, dass ein indischer Soldat durch Schüsse entlang der Grenzlinie getötet worden sei.

          Pakistan hat derweil angekündigt, sich wegen des Konflikts an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag wenden zu wollen. „Es wurde eine grundsätzliche Entscheidung getroffen, das umstrittene Kaschmir vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen“, wurde Außenminister Shah Mehmood Qureshi zitiert. Pakistan wirft Indien Menschenrechtsverletzungen in Kaschmir bis hin zum Völkermord vor.

          Darüber hinaus hat der amerikanische Präsident Donald Trump sein Angebot erneuert, in dem Konflikt zwischen den beiden Ländern zu vermitteln. Indien lehnt das ab, da es die Kaschmirfrage als innere Angelegenheit ansieht. Er werde die Sache am Wochenende beim G-7-Gipfel gegenüber Indiens Ministerpräsident Narendra Modi ansprechen, sagte Trump am Dienstag vor Journalisten in Washington. Der Situation zwischen den beiden Ländern sei „kompliziert“. „Viel davon hat mit Religion zu tun. Religion ist ein schwieriges Thema“, sagte Trump. „Es gibt die Hindus und es gibt die Muslime. Ich würde nicht sagen, dass sie gut miteinander klarkommen“, sagte Trump.

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