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Junger Aufstand in Kasachstan : Lockruf der Wahrheit

Will die Wahl haben: Die kasachische Aktivistin Assija Tulessowa im Mai in der Bar „Le Janbyr“ in Almaty Bild: Friedrich Schmidt

In Kasachstan gibt es Proteste gegen den inszenierten Machtwechsel im Land. Junge Aktivisten fordern echte Wahlen und einen politischen Wandel. Ein Besuch im inoffiziellen Zentrum der Jugendproteste.

          5 Min.

          An die Wände haben Gäste Gedichte, Sprüche und Parolen geschrieben. Es läuft Rock, das Licht ist trübe, drei Hunde streifen herum. Die Bar „Le Janbyr“ erinnert an Hamburg oder Berlin. In Almaty, der mit rund zwei Millionen Einwohnern größten Stadt Kasachstans, fällt der demonstrative Nonkonformismus aus dem Rahmen. Über der Theke ist ein Regenschirm aus einem Wahlkampf von Viktor Janukowitsch aufgespannt, jenes Präsidenten der Ukraine, den die Proteste auf dem Majdan 2014 stürzten. Eine ironische Zierde: „Le Janbyr“ ist das inoffizielle Zentrum der Jugendproteste, die seit kurzem die Machtelite des autoritär und autokratisch beherrschten Landes vor sich her treiben.

          Friedrich Schmidt

          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Die Bar, die einer Schauspielerin gehört und neben einem Polizeirevier liegt, ist das Stammlokal einiger junger Leute, die eine Bewegung für echte, freie Wahlen und politischen Wandel ins Leben gerufen haben. Mit Aktionen, für die einige von ihnen festgenommen und verurteilt worden sind. Und mit Slogans, die als Hashtags die sozialen Netze fluten und die Jugend des Landes politisieren. „Der Wahrheit entkommst du nicht“, lautet der bekannteste von ihnen.

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