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„Sea-Watch“-Kapitänin Rackete : „Meine Festnahme hat anderen geholfen“

  • Aktualisiert am

Rackete rechtfertigt in ihr Handeln auf der „Sea-Watch 3“ Bild: Sea-Watch

In einem von „Sea-Watch“ veröffentlichten Video äußert sich Rackete zur prekären Lage im Mittelmeer und pocht auf die Wichtigkeit der Seenotrettung. Ihre Verhaftung habe auch etwas Gutes gehabt.

          Die Sea-Watch-Kapitänin Carola Rackete sieht in ihrer vorübergehenden Festnahme auch positive Folgen. Durch die große Aufmerksamkeit für ihren Fall seien andere Rettungen von Hilfsorganisationen schneller gelöst worden, sagte die 31-Jährige aus Niedersachsen in einem Video-Interview, das Sea-Watch am Mittwoch veröffentlichte.

          So habe zum Beispiel das Schiff „Alan Kurdi“ der Regensburger Organisation Sea-Eye bei der letzten Rettung Migranten schnell an Malta abgeben können, damit diese dann auf andere EU-Länder verteilt werden. „Dass diese politische Möglichkeit, die für uns (...) ausgeschlossen war, in diesem Fall jetzt möglich war, steht sicher in einem direkten Zusammenhang mit meiner Verhaftung.“

          Rackete hat zudem eine unkomplizierte Aufnahme von im Mittelmeer geretteten Flüchtlingen durch einzelne Städte gefordert. Die europäische Flüchtlingspolitik habe „versagt“, sagte die 31-Jährige in dem veröffentlichten Video. Die südeuropäischen Staaten könnten nicht alle Migranten aufnehmen. Deshalb fordere die Hilfsorganisation, dass die Bootsflüchtlinge auf die EU-Staaten „solidarisch verteilt werden“.

          Sea-Watch wird weiter auf Mission gehen

          Ihr sei klar, dass dies nicht einfach sei, sagte Rackete. Kurzfristig sollten deshalb „Städte, die sich solidarisch erklärt haben und die bereit wären, Flüchtlinge von den zivilen Rettungsschiffen aufzunehmen, das auch wirklich machen können“.

          Die Kapitänin forderte zudem die italienische Regierung auf, festgesetzte zivile Rettungsschiffe sofort freizugeben. Zudem müsse die EU ihre Zusammenarbeit mit der libyschen Küstenwache beenden. Libyen sei ein Bürgerkriegsland. Flüchtlinge, die dorthin zurückgebracht werden, seien Menschenrechtsverletzungen ausgesetzt.

          Rackete war unerlaubt mit 40 Migranten in den Hafen von Lampedusa gefahren und daraufhin zeitweise festgenommen und unter Hausarrest gestellt worden. Ein italienisches Untersuchungsgericht hob diesen wieder auf. Bei der nächsten Anhörung am 18. Juli wolle sie vor allem darauf dringen, dass das Schiff „Sea-Watch 3“ wieder freigelassen wird. Es ist derzeit festgesetzt in Sizilien.

          Sea-Watch werde sich nicht entmutigen lassen und weiter auf Mission gehen. „Seenotrettung ist heute genauso nötig wie vor vier Jahren.“ Es gebe immer wieder tödliche Bootsunglücke. „Es gibt großen Bedarf, dass wir weitermachen.“ Das Video wurde laut Sea-Watch am Dienstag auf Sizilien aufgenommen.

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