https://www.faz.net/-gpf-a12vt

Gegen Trump und Rassismus : Kanye West kündigt Präsidentschaftskandidatur an

  • Aktualisiert am

Der Rapper und ehemalige Trump-Fan Kanye West will den Präsidenten bei den Wahlen herausfordern. Bild: AFP

Der Rapper und Milliardär zählte früher zu den Unterstützern von Amtsinhaber Trump. 2019 sagte er aber, dies sei nur eine Möglichkeit gewesen, die amerikanischen Demokraten zu ärgern. West bleiben nun vier Monate, um Wähler für sich zu gewinnen.

          1 Min.

          Der Rapper Kanye West tut wiederholt seine Absicht kund, für die amerikanische Präsidentschaft zu kandidieren. „Wir müssen nun das Versprechen Amerikas erkennen, mit Gottvertrauen, einer einigenden Vision und dem Schaffen einer Zukunft“, schrieb der Musiker am Samstag auf Twitter. Zu dem Hashtag #2020VISION erklärte West, sich für das Amt des Präsidenten zu bewerben. Als Zeitpunkt wählte der 43-Jährige den symbolträchtigen Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten.

          Ob er tatsächlich noch in diesem Herbst gegen Amtsinhaber Donald Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, ins Rennen ziehen würde, ließ West offen. Der Rapper machte keine weiteren Angaben. Sein Tweet führte allerdings schnell zu einer Flut von Reaktionen. „Du hast meine volle Unterstützung!“, schrieb Tesla-Chef Elon Musk in einer Antwort an West. Ob West mit dieser Ankündigung wenige Monate vor den Wahlen nicht etwas spät dran sein, witzelten andere.

          Seine politischen Ambitionen hat der Ehemann von Reality-Star Kim Kardashian schon häufiger geäußert. 2015 bei den MTV Video Music Awards erklärte er, bei der Wahl im Jahr 2020 antreten zu wollen. Vor zwei Jahren sagt er dann in einem Radiointerview, möglicherweise im Jahr 2024 für das Präsidentenamt zu kandidieren. Nach eigener Aussage wollte er als gemäßigter Kandidat antreten.

          West war einer von wenigen populären Künstlern, die Trump öffentlich unterstützen. 2018 traf er Trump im Weißen Haus und trug dabei eine Baseball-Mütze mit dessen Wahlkampf-Slogan „Make America Great Again“. Bei dem Besuch umarmte der Musiker den Präsidenten vor laufenden Kameras eine Schimpftirade mit Ausdrücken losließ, wie sie aus dem Amtssitz des amerikanischen Präsidenten sonst nie zu hören sind. Dem Staatschef versicherte West in dem Jahr allerdings, dass er ihn liebe.

          2019 relativierte West seine Unterstützung für Trump jedoch. Sie sei eine Möglichkeit gewesen, die amerikanischen Demokraten zu ärgern. Er sorgte aber auch für Irritationen, als er sich einmal als Fan ausgab und dies später als Witz bezeichnete. Im vorigen Herbst brachte der vierfache Vater und Hobbyprediger das Album „Jesus Is King“ heraus, dessen Titel meist religiös grundiert sind.

          Ende Juni veröffentlichte West einen musikalischen Kommentar zur aktuellen Rassismus-Debatte in den Vereinigten Staaten. In einem Video zu seinem Song „Wash Us In the Blood“ waren Bilder der landesweiten Anti-Rassismus-Proteste zu sehen.

          Weitere Themen

          Polizei verhaftet mutmaßliche IS-Rückkehrerin

          Frankfurt : Polizei verhaftet mutmaßliche IS-Rückkehrerin

          Wegen der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung im Ausland ist eine Frau in Frankfurt festgenommen worden. Sie hatte sich in Syrien offenbar dem Islamischen Staat angeschlossen und ihre Kinder gemäß der IS-Ideologie erzogen.

          Topmeldungen

          Der Hauptangeklagte Stephan E. mit seinem Verteidiger.

          Geständnis von Stephan E. : „Es war falsch, feige und grausam“

          Eine schwere Kindheit, Jähzorn und Ausländerhass, der vom Vater übernommen sein soll. Nach dem Geständnis von Stephan E., Walter Lübcke erschossen zu haben, ist dessen Familie empört.
          Der türkische Präsident mit seiner Ehefrau Emine in der Hagia Sophia

          Zukunft der Türkei : Kommt jetzt das Kalifat?

          Versperrte Wege: Wofür die Türkei dem Westen nicht mehr zur Verfügung steht und wohin sie unter dem „neuen Sultan“ treibt. Ein Gastbeitrag.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.