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Syriens Elite : Assads zerstörtes Reich

Bild: AFP

Der syrische Machthaber verliert offenbar auch in den eigenen Machtzirkeln an Autorität. Viele Alawiten wenden sich von ihm ab und selbst Russlands Geduld schwindet. Kann er sich trotzdem halten?

          5 Min.

          Die Sätze sind Schläge ins Gesicht von Baschar al Assad. „Wir haben unser Blut vergossen, aber nichts dafür bekommen“, sagt der Mann in dem Video. Er will „32 oder 31 Jahre alt“ sein. Nach seinem Akzent und Äußeren gehört er zur Minderheit der Alawiten, der Bevölkerungsgruppe des syrischen Präsidenten, dem Rückgrat seines Regimes. „Behandelt uns nicht wie Idioten“, ermahnt der Mann die Führung in Damaskus.

          Christoph Ehrhardt

          Korrespondent für die arabischen Länder mit Sitz in Beirut.

          Er will Antworten: Wie solle er heiraten und ein Kind großziehen, auf dass es die Ehre des Landes verteidige, wenn dieses Land ihm alles vorenthalte, auf das man ein Leben aufbauen kann? Er selbst sei Kämpfer gewesen. Und das Einzige, was er von seinem Land bekommen habe, sei die Flagge, in die sein gefallener Bruder gehüllt war. „Als ihr uns brauchtet, haben wir nicht geredet, sondern gehandelt“, sagt er. „Wir wollen nur, dass ihr das Gleiche tut.“

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