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Merkel in Ottawa : Kanadas Premier will „alle Optionen“ abwägen

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammen mit Kanadas Regierungschef Stephen Harper auf einer Pressekonferenz in Ottawa Bild: AP

Kanzlerin Merkel hat sich bei ihrem Besuch in Ottawa abermals gegen Waffenlieferungen an Kiew ausgesprochen, denn „militärisch ist der Konflikt sowieso nicht zu lösen“. Kanadas Premierminister Harper scheint das etwas anders zu sehen.

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          Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihre Ablehnung von Waffenlieferungen an die Ukraine abermals bekräftigt. „Ich hoffe, dass wir den Konflikt diplomatisch lösen können“, sagte Merkel am Montag (Ortszeit) nach einem Treffen mit dem kanadischen Premierminister Stephen Harper in Ottawa. „Ich glaube, militärisch ist er sowieso nicht zu lösen“, fügte sie hinzu. Deswegen würden die diplomatischen Anstrengungen nun noch einmal verstärkt.

          Merkel hatte sich vor ihrem Besuch in Kanada in Washington mit Amerikas Präsident Barack Obama getroffen. Dieser sprach sich ebenfalls für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts aus. Obama betonte aber auch, dass er seine Experten für den Fall eines Scheiterns der Diplomatie auch die Lieferung von Waffen an die Ukraine prüfen lasse, um die Regierung in Kiew im Kampf gegen die prorussischen Kämpfer im Osten des Landes zu unterstützen.

          Harper: Alle Optionen abwägen

          „Wir werden in den nächsten Tagen sehen, ob wir Fortschritte erzielen“, sagte Merkel im Hinblick auf ein geplantes Gipfeltreffen mit Russlands Staatschef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko am Mittwoch in Minsk. „Und wenn das nicht der Fall ist, dann müssen wir darüber nachdenken, wie wir weiter vorgehen.“ Alle weiteren Schritte würden aber eng mit den anderen Partnern abgestimmt, sagte die Kanzlerin.

          „Wir werden weiter daran arbeiten, diese Situation so friedlich wie möglich zu lösen“, sagte Harper. Dafür müssten „alle Optionen“ erwogen werden, fügte der Kanadier hinzu, ohne sich deutlich zu der Frage von Waffenlieferungen zu äußern.

          Beide Regierungschefs kritisierten Russland scharf wegen der Besetzung der Krim und der Ukraine-Politik. „Die Situation in der Ukraine ist gefährlich durch die anhaltende Aggression Russlands. Und wir werden die illegale Okkupation ukrainischen Territoriums nicht akzeptieren“, sagte Harper. Er hoffe auf eine diplomatische Lösung. „Leider hat Herr Putin entschieden, militärische Mittel zu nutzen“, sagte er über Russlands Präsident Wladimir Putin.

          Auch Merkel betonte, dass die territoriale Integrität der Ukraine nicht angetastet werden dürfe. „Wenn sie verletzt wird, müssen wir gemeinsam auftreten, da stehen Kanada und Deutschland ganz dicht beieinander.“

          Ukraine-Krise : Obama: Waffenlieferung noch nicht entschieden

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