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Neuwahlen in Kanada : Hat sich Trudeau verkalkuliert?

  • -Aktualisiert am

Jetzt muss er klotzen: Justin Trudeau auf Wahlkampftour im September in Toronto Bild: Reuters

Für Trudeau schien der Moment günstig: Kanada kam gut durch die Pandemie, sein Konkurrent wirkte schwach. Er setzte Neuwahlen an, um wieder eine Mehrheit zu erringen. Aber das könnte schief gehen.

          3 Min.

          So hatte Justin Trudeau sich das nicht vorgestellt. Als der kanadische Premierminister sich Mitte August an die Generalgouverneurin Mary Simon, die Vertreterin von Königin Elisabeth II., mit der Bitte wandte, Neuwahlen anzusetzen, glaubte er, die Gunst der Stunde nutzen zu können. Kanada war bisher recht gut durch die Pandemie gekommen, und sein Hauptkonkurrent, der konservative Oppositionsführer Erin O’Toole, galt selbst in den eigenen Reihen als führungsschwach. Da schien es dem Liberalen opportun, sich ein neues Mandat vom Volk zu holen. Am 20. September wählt Kanada nun. Jüngste Umfragen legen aber nahe, dass Trudeau sich verrechnet haben könnte.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Der 49 Jahre alte Trudeau regiert seit 2015 in Ottawa. Seit 2019 führt er aber nur noch eine Minderheitsregierung an. Seither hat er sich zumeist von der sozialdemokratischen New Democratic Party (NDP) im Unterhaus tolerieren lassen. Regulär wäre in Kanada erst in zwei Jahren gewählt worden. Trudeaus Schachzug hatte sich schon im Frühsommer angedeutet. Er und seine Parteifreunde waren durch das Land gereist und hatten neue Initiativen zur Wiederbelebung der Wirtschaft angekündigt. Die Neuwahl rechtfertigte er dann damit, dass dies ein bedeutender Moment für das Land sei. Kanada müsse über die letzte Etappe im Kampf gegen Covid-19 und über den richtigen Weg für die wirtschaftliche Erholung entscheiden. Wie der amerikanische Präsident Joe Biden wirbt er mit dem Slogan: „Build back better“ – auch Kanada soll nach der Krise stärker dastehen als vorher.

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