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Früheres Heim für Ureinwohner : 160 weitere Kinder-Gräber in Kanada entdeckt

  • Aktualisiert am

Kanadas Premierminister Justin Trudeau gedenkt Anfang Juli der Opfer an einem Fundort in der Provinz Saskatchewan. Bild: Liam Richards/The Canadian Press/AP

Die Aufarbeitung der Geschichte in Kanada bringt weitere traurige Funde zu Tage. Über viele Jahrzehnte waren indigene Kinder in Heime gezwungen und nach ihrem Tod verscharrt worden.

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          In Kanada sind erneut dutzende anonyme Gräber auf dem Gelände eines ehemaligen Internats für Kinder von Ureinwohnern gefunden worden. Mehr als 160 Gräber seien auf dem früheren Schulgelände auf der Kuper-Insel entdeckt worden, erklärte der Chef des Stammes der Penelakut, Joan Brown. In dem Internat auf der Insel westlich von Vancouver waren vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1975 Kinder von Ureinwohnern unterrichtet worden.

          „Es bricht mir das Herz“, sagte Kanadas Regierungschef Justin Trudeau nach Bekanntwerden des Fundes am Dienstag. „Wir können diejenigen, die umgekommen sind, nicht zurückbringen, aber wir können und werden die Wahrheit ans Licht bringen und weiterhin mit den indigenen Gemeinschaften zusammenarbeiten, um die Diskriminierung und strukturellen Rassismus zu bekämpfen.“

          In den vergangenen Wochen waren in Kanada mehr als 1000 anonyme Gräber indigener Kinder nahe vier verschiedener ehemaliger Internate entdeckt worden. Die Funde sorgten landesweit für Entsetzen.

          In Kanada waren seit 1874 rund 150.000 Kinder von Ureinwohnern und gemischten Paaren von ihren Familien und ihrer Kultur getrennt und in kirchliche Heime gesteckt worden, um sie so zur Anpassung an die weiße Mehrheitsgesellschaft zu zwingen. Viele von ihnen wurden in den Heimen misshandelt oder sexuell missbraucht. Nach bisherigen Angaben starben mindestens 4000 dieser Kinder, viele von ihnen an Tuberkulose. Die letzten dieser Schulen schlossen erst in den neunziger Jahren.

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