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Suchoi Su-24 „Fencer“ : Allzweckwaffe der russischen Luftwaffe

Ein Kampfflugzeug des Typs SU-24 M startet Anfang Oktober vom Hmeymim-Stützpunkt in Syrien Bild: dpa

Sie sind alt, aber aus Russlands Luftwaffe immer noch nicht wegzudenken. In Syrien kommt den „Fencer“-Jagdbombern, von denen am Dienstag einer abgeschossen wurde, eine Schlüsselrolle zu.

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          Russlands Einsatzverband in Syrien hat am Dienstag an Schlagkraft verloren. Das an der türkisch-syrischen Grenze abgeschossene Kampfflugzeug gehörte laut russischen Medien zu einer Gruppe von zwölf Jagdbombern des Typs Suchoi Su-24 (Nato-Codename „Fencer“), die Moskau im Zuge seiner Luftoffensive zur Entlastung des Assad-Regimes seit Ende September dieses Jahres über Syrien einsetzt. Dabei bieten die „Fencer“ innerhalb des russischen Einsatzverbands eine einzigartige Fähigkeit: Sie können taktische Ziele präzise treffen, die weit entfernt sind.

          Lorenz Hemicker
          Redakteur in der Politik

          Das Anfang der 1960er Jahre konstruierte Flugzeug ist trotz seines Alters dazu in der Lage, im Tiefflug mit Überschall zu fliegen. Damit bietet es für gegnerische Luftabwehreinheiten ein schwer auszumachendes und zu treffendes Ziel. Zudem kann es in allen Wetterzonen rund um die Uhr und nicht nur als Kampfbomber, sondern auch als Aufklärer eingesetzt werden.

          Im syrischen Bürgerkrieg waren die „Fencer“ bereits an zahlreichen Angriffen auf Ziele der Terrormiliz „Islamischer Staat (IS), von Al Nusra und mutmaßlich auch anderer Rebellengruppen beteiligt. Bei den vom russischen Verteidigungsministerium zuletzt bekannt gegebenen Einsätzen über den schwer umkämpften Provinzen Aleppo, Latakia und Homs konzentrierten sich die Angriffe auf gepanzerte Fahrzeuge, Reparaturwerkstätten und Munitionsdepots.

          Bild: stepmap.de, dpa, Bearbeitung F.A.Z.

          Für ihre Angriffe kann eine kampfwertgesteigerte Version des zweisitzigen Jagdbombers bei einem Einsatzradius von über 600 Kilometern rund 3000 Kilogramm an Waffen mit sich tragen. Unter dem Flugzeug lassen sich sowohl Luft-Boden-Raketen, Bomben als auch Aufklärungsbehälter mit elektronischen Sensoren anbringen.

          Auch außerhalb Syriens nimmt die „Fencer“ im Bereich der russischen Luftwaffe bis heute eine wichtige Rolle ein. Das Londoner „International Institute for Strategic Studies“ geht davon aus, dass sich unter den 345 Jagdbombern Moskaus noch 150 „Fencer“ befinden. Zudem taucht der Jagdbomber auch immer wieder an der Grenze zur Nato auf. Bei der Luftraumüberwachung über dem Baltikum begegnen die Piloten der Allianz immer wieder „Fencers“, die die Einsatzbereitschaft der Nato an der Grenze ihres Luftraums testen.

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