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Großoffensive des IS : Türkei lässt 200 Peschmerga nach Kobane

  • Aktualisiert am

Soldaten der Bundeswehr weisen kurdische Peschmerga in die Handhabung des G3-Sturmgewehrs ein (Anfang Oktober in Arbil) Bild: dpa

Im Kampf um Kobane startet die IS-Miliz eine Großoffensive, weil sie Verstärkung für die Kurden befürchtet. Die Türkei wird zunächst zweihundert kurdische Peschmerga über ihr Staatsgebiet passieren lassen.

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          Die Türkei wird nach Angaben von Präsident Recep Tayyip Erdogan zunächst zweihundert kurdische Peschmerga aus dem Nordirak über ihr Staatsgebiet in die nordsyrische Stadt Kobane passieren lassen. Auf diese Zahl hätten sich die syrisch-kurdische Partei PYD, deren Kämpfer Kobane verteidigen, und die Autonomieregierung im Nordirak geeinigt, sagte Erdogan am Donnerstag bei einem Besuch im lettischen Riga. Der türkische Präsident wiederholte seine Kritik an den amerikanischen Waffenlieferungen für die PYD. Damit unterstützten die Vereinigten Staaten eine Terrororganisation, sagte er. Das habe er dem amerikanischen Präsidenten Barack Obama in einem Telefonat vor dem Abwurf der Waffen gesagt.

          Im Kampf um die syrische Grenzstadt Kobane begannen Kämpfer des „Islamischen Staates“ (IS) vor dem erwarteten Eintreffen kurdischer Verstärkung aus dem Nordirak eine Großoffensive. Dabei hätten sie einen rund drei Kilometer langen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen, teilte die syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Donnerstag mit. Die Kobane verteidigenden kurdischen „Volksverteidigungseinheiten“ (YPG) halten somit nunmehr nur noch den knapp drei Quadratkilometer großen Stadtkern Kobanes.

          Der Korridor im Westen diente den kurdischen Verteidigern unter anderem als Landeort für die von amerikanischen Flugzeugen abgeworfenen Waffenlieferungen sowie als Pufferzone zum Grenzübergang in die Türkei. Derzeit würden die IS-Kämpfer versuchen, sie von ihrem Grenzzugang abzuschneiden. Über die Grenzverbindung würde die YPG Verstärkung kurdischer Peschmerga aus dem Nordirak zu erhalten. Der unmittelbare Landweg durch Syrien wird vom IS kontrolliert.

          Berlin erwägt Entsendung weiterer Militärausbilder

          Außenminister Frank-Walter Steinmeier bestätigte am Donnerstag Erwägungen in der Bundesregierung, weitere deutsche Militärausbilder in den Norden Iraks zu schicken, die dort Peschmerga und andere Soldaten der irakischen Armee ausbilden könnten. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hatte vor vierzehn Tagen erstmals Parlamentarier über diese Erwägungen unterrichtet.

          Steinmeier sagte während einer Reise im aserbaidschanischen Baku, eine gemeinsame Erkundungsmission deutscher Diplomaten und Soldaten prüfe die Möglichkeiten zusätzlicher Ausbildung in Arbil, der Hauptstadt des kurdischen Autonomiegebiets im Irak. Es gebe Überlegungen, ob ein von der Bundeswehr geleitetes Ausbildungszentrum mit Partnern aus anderen EU-Staaten, womöglich aus Skandinavien, gemeinsam betrieben werden könne.

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