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Kampf gegen IS : Kanada will Ziele in Syrien angreifen

  • Aktualisiert am

Ein Junge steht neben einem zerstörten Panzer in Syrien. Bild: AFP

Die kanadische Regierung plant laut einem Bericht die Ausweitung des Einsatzes gegen die Terrormiliz IS. Mehrere Organisationen kritisieren indes, dass das Leid in der syrischen Zivilbevölkerung übersehen werde.

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          Im Kampf gegen die Extremistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) will Kanada laut einem Medienbericht offenbar künftig auch Ziele in Syrien angreifen. Die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Berufung auf ein ranghohes Regierungsmitglied, dass Regierungschef Stephen Harper eine entsprechende Ausweitung des Einsatzes am Dienstag bekanntgeben wolle.

          UN-Generalsekretär Ban Ki-moon bemängelte unterdessen, dass die humanitäre Situation in dem Bürgerkriegsland Syrien vielfach nicht ausreichend beachtet wird. Während sich die Weltgemeinschaft auf die Bedrohung durch den IS konzentriere, behinderten Gewalt und Bürokratie die Hilfslieferungen für bis zu zwölf Millionen Menschen, erklärte Ban am Montag in seinem 13. Syrien-Monatsbericht für den UN-Sicherheitsrat. Mehr als 220.000 Menschen seien seit Beginn des Konflikts 2011 getötet worden. Rund vier Millionen Syrer seien ins Ausland geflohen, 7,6 Millionen in ihrer Heimat auf der Flucht.

          Syrer fordern Verhandlungen

          Dutzende Organisationen der syrischen Zivilgesellschaft baten die internationale Gemeinschaft am Dienstag um Hilfe bei der Beendigung des Bürgerkriegs. Um die Gewalt zu stoppen, seien zwei Schritte nötig, „die wir allein nicht schaffen“, erklärten die 85 Gruppen. Die Bombenangriffe durch die syrische Armee müssten aufhören, außerdem seien Verhandlungen „zwischen allen syrischen Gruppen und ihren internationalen Unterstützern“ nötig.

          Die Vertreter der Zivilgesellschaft, darunter zahlreiche Menschenrechtsgruppen und Gewerkschaften, nannten ihre Kampagne „Planet Syrien“. „Manchmal fühlen wir uns tatsächlich so, als würden wir auf einem anderen Planeten leben“, sagte eine der Organisatoren, Ula Ramadan, zur Begründung. „Unsere Bitten um Frieden und Demokratie werden von Vielen so behandelt, als seien sie etwas Außerirdisches.“

          In Syrien herrscht seit vier Jahren Bürgerkrieg. Begonnen hatte der Konflikt Mitte März 2011 mit regierungskritischen Protesten, die blutig unterdrückt wurden. In der Folge weitete sich der Unmut zu einem bewaffneten Konflikt aus. Die Lage verschärfte sich enorm, als im Sommer vergangenen Jahres Kämpfer des IS weite Landstriche eroberten und dort eine brutale Herrschaft aufbauten. Eine internationale Militärallianz geht seit mehreren Monaten gegen IS-Stellungen vor.

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