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Kampf gegen Al Qaida : „Jemen wird der Krieg von morgen sein“

  • -Aktualisiert am

Die jemenitische Armee in Einsatz Bild: dpa

Schon vor dem gescheiterten Attentat auf eine Delta-Maschine bei Detroit verstärkten die Amerikaner ihre Unterstützung der Regierung in Sanaa im Kampf gegen Al Qaida. Auch bei den Ermittlungen gegen den Todesschützen auf dem texanischen Heeresstützpunkt Fort Hood führte eine wichtige Spur in den Jemen.

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          Wer nach einer klaren Aussage und einer entschiedenen Haltung zu Amerikas „Krieg gegen den Terrorismus“ sucht, wird bei Joseph Lieberman fündig. Der Senator aus Connecticut war im Jahr 2000 vom damaligen Vizepräsidenten Al Gore als dessen „running mate“ ausgesucht worden, um im Präsidentschaftswahlkampf gegen die Republikaner George W. Bush und Dick Cheney anzutreten. Lieberman, der damals noch Demokrat war, sollte Gores außen- und sicherheitspolitisches Profil stärken, denn Gore hatte sich als Umweltpolitiker und nicht als Fachmann für die nationale Sicherheit hervorgetan.

          Matthias Rüb

          Politischer Korrespondent für Italien, den Vatikan, Albanien und Malta mit Sitz in Rom.

          Inzwischen sitzt Lieberman als Unabhängiger im Senat, denn bei den Kongresswahlen im Jahr 2006 musste er sich gegen einen von seiner eigenen Partei aufgestellten Gegenkandidaten zur Wehr setzen, der anders als Lieberman gegen den Krieg im Irak war und auch sonst den politischen Zeitgeist verkörperte, der zwei Jahre darauf Barack Obama ins Weiße Haus brachte. Lieberman gab nicht klein bei, sondern trat als Unabhängiger gegen den „Friedenskandidaten“ Ned Lamont an. Obwohl der mit vielen Millionen Dollar Wahlkampfhilfe von der Parteizentrale der Demokraten unterstützt wurde, verteidigte Lieberman seinen Senatssitz souverän. Heute ist er Vorsitzender des Heimatschutzausschusses der zweiten Kammer. Aus einem jüngsten Gespräch mit einem hohen Mitarbeiter des Weißen Hauses zitierte Lieberman dieser Tage folgenden Satz: „Der Irak war der Krieg von gestern, Afghanistan ist der Krieg von heute. Wenn wir nicht präemptiv handeln, wird der Jemen der Krieg von morgen sein.“ Einige Anzeichen deuten darauf hin, dass Washington diesen präemptiven Krieg im Jemen schon begonnen hat.

          Auch beim Fort-Hood-Todesschützen führten Spuren in den Jemen

          Als der muslimische Heeresmajor und Militärpsychologe Nidal Malik Hasan, dessen Eltern aus Palästina in die Vereinigten Staaten eingewandert waren, Anfang November auf dem texanischen Heeresstützpunkt Fort Hood das Feuer auf Kameraden und Zivilisten eröffnete und dreizehn Menschen erschoss, führte eine wichtige Spur in den Jemen. Dort lebt der radikale Imam Anwar al Aulaqi, der bis zu seiner Rückkehr 2002 in einer Moschee in Falls Church nahe Washington gepredigt hatte. (Siehe auch: Amoklauf von Fort Hood: „Täter kannte radikalen Imam“

          Der Todesschütze: Major Nidal Malik Hasan

          Diese Moschee hatten neben Hasan auch zwei Attentäter der Terroranschläge vom 11. September 2001 aufgesucht. Zudem hatte Hasan E-Mails mit al Aulaqi ausgetauscht, in denen es unter anderem darum gegangen sein soll, ob es angesichts der Kriege im Irak und in Afghanistan Pflicht eines Muslimen in den amerikanischen Streitkräften sei, seine Kameraden zu töten.

          Trainingslager von Al Qaida

          Nach dem Attentatsversuch des Nigerianers Umar Faruk Abdulmutallab auf ein mit rund 300 Menschen besetztes Passagierflugzeug im Landeanflug auf Detroit am ersten Weihnachtsfeiertag ist abermals vom Jemen die Rede. Dort hielt sich Abdulmutallab offenbar mehrfach auf; er soll dort in einem Trainingslager von Al Qaida auf seine „Mission“ vorbereitet worden sein. Mit einer am Montagabend im Internet veröffentlichten Erklärung nahm schließlich erwartungsgemäß die Terrorgruppe „Al Qaida auf der Arabischen Halbinsel“ für sich in Anspruch, den verhinderten Attentäter mit Sprengstoff ausgestattet und instruiert zu haben. (Siehe auch: Al Qaida bezichtigt sich: „Vergeltung für amerikanische Aggression“)

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