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Kambodscha : Rote-Khmer-Führer wegen Völkermords zu lebenslanger Haft verurteilt

  • Aktualisiert am

Bild: AP

Mehr als 1,7 Millionen Menschen starben unter dem Terrorregime der Roten Khmer in Kambodscha. Nun hat ein Tribunal die zwei noch lebenden Führer verurteilt.

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          Zum ersten Mal hat das Rote-Khmer-Tribunal in Kambodscha die beiden noch lebenden Führer der Khmer Rouge des Völkermords für schuldig befunden. In der am Freitag (Ortszeit) im Fernsehen und im Internet ausgestrahlten Urteilsverkündung wurden die Angeklagten Nuon Chea (92) und Khieu Samphan (87) zu lebenslanger Haft verurteilt. In der Urteilsverkündung sahen die internationalen und kambodschanischen Richter des Tribunals bei den Tötungen von Vietnamesen und der Minderheit der muslimischen Cham durch die Roten Khmer den Tatbestand des Genozides erfüllt.

          Verbrechen gegen die Menschlichkeit seien von den Angeklagten auch gegen buddhistische Mönche und gegen von den Roten Khmer zwangsverheirateten kambodschanischen Männer und Frauen begangen worden, hieß es in dem Urteil. Khieu Samphan war der Präsident des „Demokratischen Kampuchea“ der Roten Khmer und Nuon Chea als „Bruder Nummer Zwei“ der zweitmächtigste Mann nach Rote-Khmer-Chef Pol Pot.

          Das Verfahren gegen Nuon Chea und Khieu Samphan war wegen der komplexen Materie in eine Reihe von Teilprozessen aufgeteilt worden, von denen jeder mit einem Urteil endet. Im ersten Teilverfahren stand die Vertreibung der Kambodschaner aus den Städten zur Zwangsarbeit auf dem Land im Mittelpunkt. Schon dieses Verfahren endete mit dem Urteil „lebenslänglich“ für die beiden Angeklagten.

          Mit der Einnahme von Phnom Penh hatte am 17. April 1975 das vierjährige Terrorregime der maoistischen Roten Khmer begonnen. Mehr als 1,7 Millionen Menschen kamen in dieser Zeit durch Mord, Folter und Hunger ums Leben. Im Januar 1979 wurden die Roten Khmer von der vietnamesischen Armee aus Phnom Penh vertrieben. Die Roten Khmer gingen in den Untergrund und führten bis zu ihrer Kapitulation im Dezember 1998 einen Guerillakrieg gegen die Regierungstruppen.

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