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Kamala Harris im Wahlkampf : Selfies mit dem K-Hive

  • -Aktualisiert am

Kamala Harris, Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten Bild: AFP

Kamala Harris, Präsidentschaftsbewerberin der Demokraten, sammelt Spenden in New York. Politisch landet sie mal links und mal in der Mitte – und setzt auf die vielen unentschlossenen Wähler.

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          Zumindest die Begeisterung von Douglas Emhoff ist ungebrochen, das ist sicher. Emhoff, der Ehemann von Präsidentschaftsbewerberin Kamala Harris, steht am Sonntagabend in einem Konferenzzentrum in Manhattan und lächelt stolz. In dieser Wahlkampagne seien sie alle eine Familie, versichert Emhoff und lobt den Enthusiasmus des „K-Hive“. Das ist die Selbstbezeichnung der Harris-Fans, die sich an den „Bey-Hive“ von Mega-Star Beyoncé anlehnt. Emhoff steht zwischen zwei großen „For the People“-Plakatwänden in violett und pink. Das hier ist keine elegante Spendengala mit weißen Tischdecken, sondern ein Stehempfang für ein paar Hundert Harris-Fans, die ihre Favoritin persönlich treffen wollen. Für die Tickets haben sie zwischen 46 und 2800 Dollar Dollar ausgegeben. Dafür gibt es Wein und Champagner, und wer will kann Gemüsesticks in Hummus-Dips tauchen, bis es losgeht. Im Publikum sind etwas mehr Frauen als Männer, etwas mehr Weisse als Schwarze und etwas mehr Menschen um die 40 als um die 60.

          Dann kommt Kamala Harris, helles Jackett und ansteckendes Lachen, und begrüßt erst einmal die Kinder. „Das liebe ich einfach, dass so viele unserer jüngsten Führungspersönlichkeiten da sind! Und ihr Alten natürlich auch“, sagt sie und bringt damit viele Menschen zum Lachen. Falls Harris erschöpft ist, weil sie wochenlang im Land herumgereist ist und in dieser Woche eine weitere Fernseh-Debatte hinter sich gebracht hat, ist das nicht zu bemerken. Berichte über mächtige Spender, die angeblich nach der letzten Debatte zögern, spielen heute ebenfalls keine Rolle. Veranstaltungen wie diese sind dazu da, die überzeugten Fans zu motivieren, vielen für das Klinkenputzen zu danken, das erst noch kommt. Und bei dieser Gelegenheit kann man auch ein paar einprägsame Sätze auf ihre Wirkung testen. So machen es alle Kandidaten – Harris und einige andere halten daneben noch große Spendengalas mit den reichsten Geldgebern ab.

          Kamala Harris am Sonntag in New York

          Die Senatorin aus Kalifornien kämpft nach wie vor darum, zwischen dem populärsten Kandidaten Joe Biden und den Linken Bernie Sanders und Elizabeth Warren ihre Linie zu finden. „Ich will einen Green New Deal“, sagt sie an diesem Abend. Die Klimakrise sei menschengemacht, aber die gute Nachricht sei, dass die Menschen ihr Verhalten ändern können – das ist einer dieser Sätze, die Harris in letzter Zeit oft in Interviews sagt und für den sie auch bei der Fernsehdebatte Applaus bekam. „Erinnert ihr euch, wie der Himmel über Los Angeles aussah, wenn ihr da vor zwanzig oder dreißig Jahren hingefahren seid? Braun, genau. Heute ist der Himmel blau“, sagt sie. In Kalifornien habe man schon einiges erreicht im Kampf gegen die Lobbyisten und Luftverschmutzer. „Und ich sehe Hunderttausende Jobs, die wir schaffen können.“ Wind- und Solarenergie gehörten schließlich zu den am schnellsten wachsenden Branchen.

          Harris unterstützt eine Variante des „Green New Deal“ der linken Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez. Bei anderen Themen will sie wiederum auch dem anderen Flügel der Partei gefallen: „Eine Krankenversicherung ist kein Privileg, sondern ein Grundrecht“, sagt sie und bleibt zwar beim Label „Medicare for All“ für ihre Pläne – es solle aber eine „private Option“ geben und „Wahlfreiheit“. Die New Yorker applaudieren.

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