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Kamala Harris : Gemeinsam gegen Trump

Kamala Harris Bild: Reuters

Kamala Harris ist keine schlechte Wahl als Vizepräsidentin für den demokratischen Präsidentschaftsbewerber Joe Biden. Sogar historisches Lametta liegt auf der Personalie.

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          Wer nur einen Herzschlag vom Oval Office entfernt ist, den oder die wählt man mit Sorgfalt aus. Schließlich kann die Nummer zwei im Staate, durch tragische Umstände etwa, jederzeit an die erste Stelle rücken. Die Entscheidung, wer an der Seite des Kandidaten für das Präsidentenamt der Vereinigten Staaten als dessen „Running Mate“ in den Kampf zieht, ist also nicht zweitrangig.

          Joe Biden, Kandidat der Demokraten und designierter Herausforderer Donald Trumps im November, hat sich für die Senatorin Kamala Harris entschieden und damit für eine Konkurrentin im Vorwahlkampf, die ihn hart anging, aber früh die Segel streichen musste. Es ist keine schlechte Wahl; sogar historisches Lametta liegt auf der Personalie. Denn Harris ist die erste nichtweiße Frau, die für das Vizepräsidentenamt kandidiert. Biden hatte mit vielen Bewerberinnen gesprochen, doch der Druck aus der Partei, eine schwarze Frau auszuwählen, war angesichts der Massenproteste gegen Rassismus, Diskriminierung und Polizeigewalt immer größer geworden – Biden hat sich dem nicht verweigert. Das politisch-gesellschaftliche Klima hat ihm die Entscheidung quasi abgenommen.

          Nicht nur Harris’ Kompetenz wird entscheiden

          Dennoch werden er und seine Berater sich schon gefragt haben, welchen Nutzen ihm Harris bringen kann. Die Stimmen aus Kalifornien sind ihm sicher, bei afroamerikanischen Wählern ist er angesehen, programmatisch stehen sich Biden und Harris nahe; zur neuen Linken in der Partei gehört sie nicht. Am Ende ist es wohl so, unabhängig vom Herzschlag-Aspekt, dass die Wähler der Nummer zwei lange nicht die Bedeutung zumessen, wie es die allgemeine Aufregung suggeriert.

          Manchmal sollen die Ausgewählten dem Hauptkandidaten einfach nur nicht schaden; man erinnert sich noch an eine gewisse Sarah Palin, für die sich 2008 aus unerfindlichem Grund der Republikaner McCain entschieden hatte – es wurde ein Desaster. Von der Unbedarftheit einer Palin ist Harris meilenweit entfernt. Doch nicht die Kompetenz der Partnerin wird entscheiden. In diesem Jahr ist die Wahl ein Referendum über Donald Trump. Nichts anderes, nur das.

          Klaus-Dieter Frankenberger
          Redakteur in der Politik.

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