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Kamala Harris : Eine Frau für Recht und Ordnung

Die kalifornische Senatorin und designierte Kandidatin für das Vizepräsidentenamt Kamala Harris Bild: Silke Werzinger

Kamala Harris wird amerikanische Vizepräsidentin. Sie hat dunkle Haut, aber bei Schwarzen war sie bislang nicht beliebt. Sie hilft Joe Biden mit einer ganz anderen Eigenschaft. Nach ihrer Nominierung erschien dieses Porträt in der Sonntagszeitung.

          6 Min.

          Im Juli 2019 befragten Meinungsforscher eine Gruppe von Schwarzen in South Carolina. Die Fragesteller sollten für den Präsidentschaftskandidaten Pete Buttigieg herausfinden, ob dessen Homosexualität bei Schwarzen ankommt. Antwort: Nein. Eindeutig nicht. Das Thema war besonders den Männern „zutiefst unangenehm“. Sie wollten keinen Schwulen im Weißen Haus. Aber auch eine schwarze Frau schien ihnen nicht zu gefallen, zumindest keine von denen, die im Vorwahlkampf der Demokraten antraten, zum Beispiel Kamala Harris. Bei ihr blieben die Befragten zunächst „ziemlich stumm“. Dann bezweifelten sie, ob eine schwarze Frau gewählt würde. Dann kritisierten sie Harris. Ihr wurde Opportunismus vorgeworfen und Unanständigkeit. Warum? Weil sie es gewagt hatte, im Vorwahlkampf einen alten weißen Mann namens Joe Biden zu kritisieren.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Biden war der Liebling der befragten Schwarzen, ihr unangefochtener Favorit. Die Sympathie für ihn „war tief und stark“, hieß es in dem Bericht, sie beruhte „auf seinem Verhältnis zu Barack Obama“. Die Demoskopen nannten das: „den Obama-Heiligenschein“. Im Vergleich zum Rückhalt unter Schwarzen schien den Demoskopen die Unterstützung für Biden durch weiße Wähler in Staaten wie New Hampshire oder Iowa geradezu „oberflächlich“.

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