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Kairo : Tausende Ägypter feiern Entmachtung des Militärs

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Jubel auf dem Tahrir-Platz: Tausende Ägypter feierten in der Nacht die Entmachtung des Militärs durch Präsident Mursi Bild: dpa

Die Entmachtung des Militärs durch Präsident Mursi hat viele Ägypter in Freude versetzt. Tausende feierten in der Nacht Mursis Entscheidung. Mursi hatte zuvor den Generalstaabschef und den Verteidigungsminister entlassen.

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          Tausende Ägypter haben in der Nacht zum Montag auf dem Kairoer Tahrir-Platz die Entmachtung ranghoher Militärvertreter durch den ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi gefeiert. Auch vor dem Präsidentenpalast versammelte sich eine Menschenmenge. Mursi hatte zuvor im Machtkampf mit dem Militärrat einen entscheidenden Schritt getan und Verteidigungsminister Hussein Tantawi sowie Generalstabschef Sami Annan ihrer Ämter enthoben und sie stattdessen zu seinen Beratern ernannt. Die Entscheidung war einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Mena zufolge offenbar mit dem Militär abgesprochen.

          Mit diesem Schritt wolle er niemanden persönlich verärgern, sagte Mursi in einer Fernsehansprache. Er habe nur die Interessen des Volkes im Sinn, erklärte er. Er wolle, dass sich das Militär vollkommen der Verteidigung des Landes widme. In der vergangenen Woche waren bei einem Überfall auf einen israelisch-ägyptischen Grenzübergang auf der Halbinsel Sinai 16 Grenzsoldaten getötet worden.

          Der Entscheidung Mursis war ein wochenlanger Machtkampf vorausgegangen Bilderstrecke

          Mursis Sprecher Jasser Ali erklärte bei einer Pressekonferenz, Mursi habe Abdel Fattah al Sissi zum Nachfolger von Feldmarschall Tantawi bestimmt. Tantawi leitete den Militärrat, der Ägypten nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Husni Mubarak im Februar vergangenen Jahres 17 Monate lang de facto regiert hatte, und war fast 20 Jahre Verteidigungsminister unter Mubarak. Die Nummer zwei des Militärrats, Annan, wurde ebenfalls seiner Funktion enthoben. Seine Nachfolge trete Sidki Sajed Ahmed an, hieß es.

          „Wird es Widerstand geben?“

          Zudem nahm Mursi Verfassungszusätze zurück, mit denen sich der Militärrat Ende Juni die zentralen Machtbefugnisse im Land gesichert hatte. Den ranghohen Richter Mahmud Mekki ernannte Mursi zudem zu seinem Vizepräsidenten. Mekki hatte sich unter Mubarak öffentlich gegen Wahlbetrug ausgesprochen und tritt für Reformen in Ägypten ein. Al Sissi und Mekki wurden kurz nach der Ankündigung vereidigt.

          Mursi übernahm überdies die Kontrolle über die Ausarbeitung einer Verfassung. „Die Frage ist nun, ob diese Entscheidungen das Ende des Konflikts und der Machtdualität markieren. Oder wird es Widerstand geben?“, sagte der politische Analyst Gamal Abdel-Gawad. Die Nachrichtenagentur Mena berichtete jedoch, der Schritt sei im Vorfeld „bedacht und koordiniert“ gewesen. Demnach gab es keine „negativen Reaktionen“ aus dem Militärrat.

          Sorge in Israel

          In Israel wurde der Machtwechsel im ägyptischen Militär mit Sorge und Zurückhaltung beobachtet. Die Absetzung der israelfreundlichen Militärspitze durch Mursi und die Annullierung der Beschneidung seiner Befugnisse seien überraschend früh gekommen, schrieb die Zeitung „Jerusalem Post“ am Montag. „Mursi will zeigen, wer Herr im Hause ist“, fasste die Zeitung „Jediot Achronot“ zusammen. Die Regierung in Jerusalem sei besonders angesichts der Gewalt auf dem Sinai besorgt über die Entwicklung, die aber noch nicht ganz absehbar sei.

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