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Eskalation im Himalaja : Indien sucht eine Strategie gegenüber China

Grenzkonflikt im Himalaja: Ein indischer Soldat hält neben der nationalen Autobahn nach Ladakh Wache. Bild: dpa

Bisher glaubte man in Delhi an eine Politik der Diplomatie und Äquidistanz gegenüber China. Doch nach dem blutigen Nahkampf im Himalaja wird sich Indien militärisch wohl weiter Amerika annähern.

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          Mit Fäusten, Knüppeln und Eisenstangen waren die Soldaten Chinas und Indiens vor einer Woche aufeinander losgegangen. Der Verzicht auf „konventionelle“ militärische Mittel hatte einen guten Grund: Beide Seiten hatten sich schon vor Jahren darauf geeinigt, dass sie entlang ihrer umstrittenen Grenze im Himalaja im Streitfall keine Schusswaffen einsetzen würden, um eine Eskalation zu vermeiden. Angesichts von 20 Toten und 76 Verletzten allein auf der indischen Seite wird der Sinn dieser Konfliktführung ohne Schusswaffen nun allerdings von vielen angezweifelt. Der indische Oppositionsführer Rahul Gandhi warf der Regierung von Ministerpräsident Narendra Modi sogar vor, sie schicke indische Soldaten unbewaffnet in den Kampf. Das bewog den Außenminister zu der klärenden Bemerkung, dass die indischen Soldaten auf ihren Patrouillen durchaus Gewehre bei sich trügen, aber angehalten seien, diese nicht einzusetzen.

          Till Fähnders

          Politischer Korrespondent für Südostasien.

          Die blutige Auseinandersetzung hat nun aber dazu geführt, dass in Indien immer mehr die Frage gestellt wird, ob die Regierung gegenüber China nicht zu zuvorkommend auftritt. Indiens China-Politik ist bis heute von der Idee geprägt, dass man den Nachbarn als befreundetes „Dritte-Welt-Land“ mit Diplomatie und Freundschaftsbekundungen einhegen könnte. Sie hat ihren Ursprung in der Bewegung der blockfreien Staaten und der Zeit des „Hindi Chini Bhai Bhai“ („Indien und China sind Brüder“), der indisch-chinesischen Freundschaft, die vor allem Indiens Gründervater Jawaharlal Nehru gepflegt hatte. Zwar kam es schon im Jahr 1962 zum Grenzkrieg mit China. Zur Zeit des Kalten Krieges hielt Indien aber auch weiter Distanz zu Amerika und kaufte einen großen Teil seiner Waffen in der damaligen Sowjetunion. Später wurde der Bau der indischen Atombombe zu einem Faktor im Verhältnis zum Westen.

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