https://www.faz.net/-gpf-9rc9e

Kritik an Brownface : Kanadas Premier Trudeau bittet um Entschuldigung für Make-Up-Foto

  • Aktualisiert am

Justin Trudeau, Premierminister von Kanada, gibt eine Erklärung zu dem Foto ab, das ihn mit dunkel geschminktem Gesicht zeigt. Bild: dpa

Bei einem Kostümabend vor 18 Jahren erschien Justin Trudeau geschminkt als Aladin-Figur. Den Vorwurf, das sei rassistisch gewesen, erkennt der Premierminister zerknirscht an.

          1 Min.

          Auch Kanadas soziales Gewissen Justin Trudeau kann mal irren. Der Premierminister, der in der vergangenen Woche die Kandidatur für eine weitere Amtszeit ankündigte, wurde jetzt von einem Foto eingeholt, das ihn mit Turban und braun geschminktem Gesicht zeigt. Die Aufnahme stammt von einer Feier mit dem Motto „Arabische Nächte“ der West Point Grey Academy im Jahr 2001, an der der Sohn des früheren Premierministers Pierre Trudeau damals unterrichtete.

          „Ich hätte das nicht machen dürfen. Ich hätte es besser wissen müssen“, bat der Politiker der Liberalen Partei am Mittwoch um Entschuldigung. Brownface und Blackface, eine Tradition der amerikanischen Unterhaltungsindustrie aus dem 19. Jahrhundert, gilt bei vielen Bürgerrechtsorganisationen als Rassismus, da sie Latinos und Schwarze auf Karikaturen reduziere.

          Wie erwartet holte Andrew Scheer, der Vorsitzende der Konservativen Partei Kanadas, nach der Veröffentlichung des Fotos in „Time“ zum Schlag aus. „Ein Braungesicht war 2001 ebenso rassistisch wie 2019“, empörte sich Scheer in einem Video. Ein bisschen Schadenfreude war vermutlich auch dabei. Trudeau sorgt immer wieder mit übersteigerter politischen Korrektheit für Verwirrung.

          Für viele seiner Landsleute schien das Maß schon Anfang 2018 voll, als er der Besucherin einer Fragestunde über den Mund fuhr, die wie üblich das Wort „mankind“ für „Menschheit“ nutzte. Zur Überraschung bestand Trudeau damals auf den Neologismus „peoplekind“, da er integrativer sei. Zuvor hatte sich der Siebenundvierzigjährige schon für eine genderneutrale Version der kanadischen Nationalhymne „O Canada“ stark gemacht.

          Weitere Themen

          Der nicht mit der Zeit geht

          CSU-Fraktionschef Kreuzer : Der nicht mit der Zeit geht

          Fraktionschef Thomas Kreuzer steht für die traditionelle CSU, während um ihn herum Söder immer flexibler und Dorothee Bär immer digitaler wird. Gerade deswegen könnte er in der Partei noch gebraucht werden.

          Ramelow kämpft um Rot-Rot-Grün Video-Seite öffnen

          Wahl in Thüringen : Ramelow kämpft um Rot-Rot-Grün

          In Thüringen kämpft Deutschlands erster linker Ministerpräsident Bodo Ramelow um die Fortsetzung der rot-rot-grünen Koalition. Der 63-Jährige dürfte bei der Landtagswahl von seinem Amtsbonus profitieren, allerdings schwächelt der Bündnispartner SPD.

          Ein Erfolg für Erdogan

          Deal mit Amerika : Ein Erfolg für Erdogan

          Die Verhandlungen des türkischen Staatspräsidenten mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence führen zu einer fünf Tage langen Waffenruhe. Wie hoch ist der Preis? Eine Analyse.

          Topmeldungen

          Deal mit Amerika : Ein Erfolg für Erdogan

          Die Verhandlungen des türkischen Staatspräsidenten mit dem amerikanischen Vizepräsidenten Mike Pence führen zu einer fünf Tage langen Waffenruhe. Wie hoch ist der Preis? Eine Analyse.

          Ukraine-Affäre : Stabschef Mulvaney bringt Trump in Erklärungsnot

          Der geschäftsführende Stabschef des Weißen Hauses sagt vor der Presse etwas, das er später zurücknimmt: Die amerikanische Regierung habe 400 Millionen Dollar Militärhilfe für die Ukraine zurückgehalten. Damit liefert Mulvaney den Demokraten eine Steilvorlage.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.