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Julian Assange : Zwielichtiger Enthüller

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Nicht unumstritten: Julian Assange Bild: EPA

Als er 2010 auf seiner Internetplattform Wikileaks geheime Dokumente über Afghanistan und den Irak-Krieg veröffentlichte, wurde Julian Assange über Nacht zu einem der bekanntesten Menschen der Welt. Und einem der umstrittensten.

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          Julian Assange gilt als maßgeblicher Mitgründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, die Einblick in unethisches Verhalten von Regierungen und Unternehmen verspricht. In den Augen seiner Kritiker ist der 47-jährige gebürtige Australier jedoch auch ein selbstgefälliger Akteur, der mit der Veröffentlichung heikler Informationen sogar das Leben anderer Menschen aufs Spiel setze.

          Bekannt wurde die Enthüllungsplattform unter anderem durch die Veröffentlichung von brisanten amerikanischen Dokumenten aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak. Zuletzt war Assange in die Kritik geraten, nachdem 2016 während der heißen Wahlkampfphase in den Vereinigten Staaten vertrauliche E-Mails von Servern der Demokraten gestohlen und teilweise auf Wikileaks veröffentlicht wurden. Das wurde als gezieltes Störfeuer gegen die demokratische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton gewertet. Russische Hacker hatten nach Erkenntnissen von IT-Sicherheitsexperten die Server der Demokraten geknackt.

          Assange kam am 3. Juli 1971 im australischen Townsville in Queensland auf die Welt. Sein Stiefvater betrieb ein Wandertheater. Nach der Trennung der Eltern lebte er an vielen verschiedenen Orten. Schon früh begeisterte sich Assange für Computertechnik. Bereits als Jugendlicher verschaffte er sich Zugang zu fremden Rechnern, beispielsweise von Behörden und Unternehmen. Mit 18 Jahren heiratete er und wurde Vater. Die Ehe ging bald in die Brüche. Bei der Gründung von Wikileaks 2006 war Assange eine zentrale Figur.

          Er ist auch innerhalb der Hackerszene umstritten. So gab es etwa Kritik an seinem autoritären Umgangsstil – und auch wegen der Vorwürfe sexueller Vergehen, die in Schweden gegen ihn erhoben wurden. Die Anklage in Schweden wurde dann allerdings fallengelassen, während Assange in der Londoner Botschaft Ecuadors lebte, um einer Auslieferung zu entgehen. Andere verehren Assange wie einen Helden und nennen ihn charismatisch. Während seines mehrjährigen Asyls in der Botschaft hat er auch Besuch von Prominenten wie Popsängerin Lady Gaga und Schauspielerin Pamela Anderson bekommen.

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