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Chronik: Der Fall Assange : Sieben Jahre im Exil

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Seit fünf Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London: Wikileaks-Gründer Julian Assange Bild: dpa

Wikileaks-Gründer Julian Assange hat sich in seiner Laufbahn als Whistleblower viele Feinde gemacht. Das Verfahren in Schweden wegen Vergewaltigung hat ihn in die ecuadorianische Botschaft verbannt. Eine Chronik.

          1 Min.

          Seit fast fünf Jahren sitzt Wikileaks-Gründer Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London fest. In den Vereinigten Staaten fiel der Whistleblower in Ungnade, weil seine Enthüllungsplattform unter anderem geheimes Material zu den Kriegen in Afghanistan und im Irak veröffentlichte. In Schweden wurde Assange wegen angeblicher sexueller Vergehen gesucht. Eine Chronik des Verfahrens gegen ihn:

          August 2010

          Schwedische Staatsanwälte erlassen Haftbefehl gegen Assange, heben ihn aber kurz darauf wieder auf. Die Justiz wirft dem Australier vor, er habe bei einem Besuch im Land zwei Frauen vergewaltigt und sexuell genötigt.

          Dezember 2010

          Assange wird von der britischen Polizei wegen eines neuen Haftbefehls aus Schweden festgenommen. Gegen Kaution und unter Auflagen kommt er frei. Er weist die Vorwürfe als politisch motiviert zurück.

          Februar 2011

          Ein Londoner Gericht hält eine Auslieferung nach Schweden für rechtens, Assange geht Anfang März in Berufung. Er fürchtet – über den Umweg Schweden – eine Auslieferung an die Vereinigten Staaten, wo ihm eine lange Haft wegen Geheimnisverrats drohen könnte.

          November 2011

          Der britische High Court entscheidet, dass Assange an Schweden ausgeliefert werden darf. Der legt Einspruch ein.

          Juni 2012

          Der Einspruch scheitert. Am 19. Juni flieht Assange in die Botschaft von Ecuador in London und beantragt politisches Asyl.

          Juli 2014

          Seine Anwälte beantragen in Schweden eine Aufhebung des vier Jahre alten Haftbefehls. Der Antrag scheitert.

          Prominenter Besuch für Assange: Pamela Anderson an der ecuadorianischen Botschaft in London

          August 2015

          Die schwedische Staatsanwaltschaft lässt die Vorwürfe der sexuellen Nötigung und des Missbrauchs wegen Verjährung fallen. Der Vergewaltigungsvorwurf bleibt aber bestehen.

          Februar 2016

          Nach Ansicht von UN-Rechtsexperten kommt Assanges Aufenthalt in der Botschaft einer willkürlichen Haft gleich. Sie fordern, er müsse sich wieder frei bewegen können.

          November 2016

          Schwedische Staatsanwälte befragen Assange in London.

          April 2017

          Medienberichten zufolge bereiten die Vereinigten Staaten eine Anklage gegen ihn vor.

          Mai 2017

          Schwedens Justiz gibt bekannt, dass sie die Ermittlungen gegen Assange einstellt.

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