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Wahl im Mai : Timoschenko will Präsidentin werden

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Will wieder an die Macht: Julija Timoschenko Bild: dpa

Die frühere ukrainische Regierungschefin Julija Timoschenko strebt wieder in ein hohes politisches Amt. Sie will bei der Präsidentenwahl am 25. Mai antreten - und wird sich dann vor allem mit einem Gegner messen.

          Die ehemalige ukrainische Ministerpräsidentin Julija Timoschenko will für das Präsidentenamt kandidieren. Das gab sie am Donnerstag in Kiew bekannt. Sie wolle sich am 29. März auf einem Kongress ihrer Vaterlandspartei (Batkiwschtschina) von den Delegierten bestätigen lassen, sagte Timoschenko. Die Präsidentenwahl selbst ist für den 25. Mai angesetzt.

          Bislang hatte sich die 53 Jahre alte Politikerin nicht selbst über eine Bewerbung geäußert. In Umfragen liegt sie gleichauf mit dem früheren Boxweltmeister Vitali Klitschko auf Rang zwei, aber abgeschlagen hinter dem Milliardär Pjotr Poroschenko.

          Timoschenko war im Zuge des Umsturzes in der Ukraine nach Jahren aus der Haft entlassen und vor kurzem wegen eines Rückenleidens in Berlin medizinisch behandelt worden. Die proeuropäische Politikerin stand 2004 gemeinsam mit dem späteren Präsidenten Viktor Juschtschenko an der Spitze der orangenen Revolution in ihrem Land. 2010 unterlag sie bei der Präsidentenwahl aber ihrem prorussischen Rivalen Viktor Janukowitsch. Nach dessen Amtsantritt wurde sie festgenommen und wegen Amtsmissbrauchs zu sieben Jahren Haft verurteilt.

          Im Gefängnis erkrankte die Politikerin an einem schweren Rückenleiden. Die EU machte ihre Freilassung und Behandlung zur Bedingung für die Unterzeichnung eines Assoziierungsabkommens mit der Ukraine. Diesem verweigerte Janukowitsch die Unterschrift,  woraufhin sich eine Protestwelle erhob, die ihn letztlich das Amt kostete.

          Zuletzt hatte Timoschenko im Westen Kritik hervorgerufen, nachdem Auszüge aus einem mitgeschnittenen Telefonat veröffentlicht worden waren. Darin hatte sie offenkundig mit Blick auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin und die Annexion der Krim durch Russland gesagt, sie sei „bereit, eine Maschinenpistole zu nehmen und diesem Dreckskerl eine Kugel in den Kopf zu schießen“.

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