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Aufstand in Venezuela : Guaidó bietet Maduro die Stirn

  • Aktualisiert am

„Nicolás Maduro muss weg“

Die amerikanische Regierung unterstützt die venezolanische Opposition. „Die Krise Venezuelas wird sich verschlimmern, bis die Demokratie wiederhergestellt ist“, schrieb Vizepräsident Mike Pence in einem Gastbeitrag für das „Wall Street Journal“ (Dienstag). „Nicolás Maduro muss weg.“ Der amerikanische Präsident Donald Trump erkannte Guaidó umgehend als „Übergangspräsidenten“ an. Guaidó vertrete „das einzige legitime“ Staatsorgan des Landes, weil er „ordnungsgemäß“ vom venezolanischen Volk gewählt worden sei, hieß es in einer vom Weißen Haus veröffentlichten Erklärung.

„Die Menschen in Venezuela haben mutig die Stimme gegen Maduro und dessen Regierung erhoben und haben Freiheit und Rechtsstaatlichkeit gefordert“, erklärte Trump und rief andere westliche Staaten auf, ebenfalls Guaidó als neuen Präsidenten Venezuelas anzuerkennen.

Auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erkannte Guaidó als Übergangspräsident an. „Unsere Glückwünsche für Juan Guaidó als Interims-Präsident von Venezuela. Er hat unseren Rückhalt, um das Land wieder zurück zur Demokratie zu führen“, schrieb OAS-Generalsekretär Luis Almagro am Mittwoch auf Twitter. Die Regierung Mexikos will hingegen nach eigenen Angaben an Maduro festhalten.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat den venezolanischen Parlamentschef ebenfalls anerkannt. Brasilien unterstütze einen Übergang politisch und wirtschaftlich, damit in Venezuela wieder Frieden und Demokratie einkehre, schrieb Bolsonaro am Mittwoch auf
Twitter. Auch Paraguays Regierungschef Marito Abdo erklärte auf Twitter, Guaidó als Übergangspräsidenten anzuerkennen. Das Land könne mit der Unterstützung Paraguays rechnen, schrieb Abdo

Wir kommen zusammen, damit Guaidó zum Präsidenten ausgerufen werden kann“, sagte der 32-jährige Lehrer und Oppositionsanhänger Argenis Ramos der Nachrichtenagentur AFP. „Wir haben Maduro satt, er ist ein Usurpator. Wir sind hier, damit die Demokratie wiederhergestellt wird.“ Die 47-jährige Yelitze Pariata ging für die Regierung auf die Straße. Sie wolle „friedlich demonstrieren, um den Präsidenten zu unterstützen und der Welt zu zeigen, dass der Chavismus geeint ist.“

Derweil wies der Oberste Gerichtshof Venezuelas die Staatsanwaltschaft an, gegen die Mitglieder des Parlaments Ermittlungen einzuleiten. Das Gericht warf der Nationalversammlung vor, sich missbräuchlich die Befugnisse des Staatschefs Maduro anzueignen. Die Ermittlungen sollten umgehend erfolgen, hieß es in einer verlesenen Erklärung.

Venezuela streckt in einer tiefen politischen und wirtschaftlichen Krise. Die Opposition wird unterdrückt, viele Regierungsgegner sitzen in Haft oder sind ins Exil geflohen. Aufgrund von Devisenmangel kann das einst reiche Land kaum noch Lebensmittel, Medikamente und Dinge des täglichen Bedarfs importieren. Rund drei Millionen Venezolaner sind bereits vor dem Elend ins Ausland geflohen.

Bei Protesten in der Nacht zu Mittwoch waren vier Menschen ums Leben gekommen, darunter ein 16 Jahre alter Junge. Er starb bei einer Versammlung in einem Arbeiterviertel im Osten der Hauptstadt, wie die Nichtregierungsorganisation Beobachtungsstelle für soziale Konflikte (OVCS) erklärte. Er habe eine tödliche Schussverletzung erlitten.

Die anderen drei Toten gab es nach Polizeiangaben bei Plünderungen in Ciudad Bolívar im Südosten des südlichen Bundesstaats Bolívar, der an Brasilien grenzt. In der Stadt San Felix im selben Bundesstaat setzten mehrere Dutzend Demonstranten eine Statue des 2013 gestorbenen linksnationalistischen Staatschefs Hugo Chávez in Brand. Das Denkmal war bereits im vergangenen Jahr mutwillig beschädigt worden.

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