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Machtkampf in Venezuela : Auch Guaidó bittet den Papst um Hilfe

  • Aktualisiert am

Juan Guaidó bei einer Rede in Venezuelas Hauptstadt Caracas am Mittwoch. Bild: EPA

Venezuelas Staatschef Maduro hat den Papst schon Anfang der Woche um Hilfe bei der Lösung der Krise seines Landes gebeten. Jetzt wendet sich auch der Interimspräsident an das Oberhaupt der katholischen Kirche. Der Vatikan reagiert.

          Nach Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro hat auch der selbsternannte Interimspräsident Juan Guaidó Papst Franziskus um Hilfe in der Krise seines Landes gebeten. Der Papst könnte Venezuela helfen, die „gesetzwidrige Machtübernahme“ zu beenden, eine Übergangsregierung einzusetzen und „wirklich freie Wahlen“ zu ermöglichen, sagte Guaidó am Donnerstag dem italienischen Fernsehsender Sky TG24. In Venezuela spiele sich ein Blutvergießen ab, sagte Guaidó und machte den sozialistischen Staatschef Maduro dafür verantwortlich.

          Der Papst hatte sich grundsätzlich zur Vermittlung bereit erklärt. Auf dem Rückflug von Abu Dhabi am Dienstag hatte er jedoch hinzugefügt, dass dazu notwendig sei, dass beide Seiten dazu bereit seien. Derzeit prüfe der Papst, ob die Bedingungen für eine Vermittlung vorhanden seien, bestätigte der interimistische Papst-Sprecher Alessandro Gisotti an diesem Donnerstag.

          Katholische Kirche in Venezuela gegen Maduro

          Der Vatikan hatte 2016 versucht, zwischen Maduros Regierung und der Opposition zu vermitteln. Beide Seiten wandten sich bereits mehrmals an den Argentinier Franziskus. Guaidó schloss am Donnerstag allerdings aus, dass sich die Opposition in diesem Moment mit Maduro an einen Tisch setzen würde.

          Die katholische Kirche in Venezuela spricht sich recht deutlich gegen Maduros Regierung aus. Zuletzt verurteilte die venezolanische Bischofskonferenz die politische Unterdrückung und Menschenrechtsverletzungen in dem südamerikanischen Land.

          Guaidó gilt als sehr gläubig. Er studierte an der Katholischen Universität Andrés Bello, erwähnt in seinen Reden immer wieder Gott und bezeichnete die katholische Kirche als fundamentalen Pfeiler seiner angestrebten Übergangsregierung.

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