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Propaganda in Belarus : „Ich glaube Ihnen nicht“

„Ich fühle mich absolut wunderbar“: Eine unabhängige Journalistin widersprach den Aussagen von Roman Protassewitsch während der Minsker Inszenierung. Bild: dpa

Das Lukaschenko-Regime in Belarus benutzt den inhaftierten Journalisten Roman Protassewitsch weiter für seine Propaganda-Inszenierungen. Doch in den öffentlichen Vorführungen regt sich nun auch Widerspruch.

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          In Belarus vergeht kein Tag ohne Grauen, bisweilen versteckt hinter einer Inszenierung des Regimes von Alexandr Lukaschenko. Am Montag führte es neuerlich Roman Protassewitsch vor, den Journalisten und Aktivisten, den es mit der Zwangsumleitung des Ryanair-Fluges am 23. Mai in seine Gewalt brachte. Danach ist Belarus zum Paria der internationalen Luftfahrt geworden. Der Machtapparat steht unter Rechtfertigungsdruck und benutzt dabei den Gefangenen. So wurde Protassewitsch am Montag zu einer Veranstaltung des Außenministeriums gebracht. Darin rechtfertigten Uniformierte neuerlich die Umleitung des Flugzeugs kurz vor dessen planmäßiger Landung in Vilnius mit Bombendrohung und Abfangjäger. Demnach soll die Landung in Minsk ebenso freiwillig gewesen sein wie Protassewitschs abermaliger öffentlicher Auftritt.

          Friedrich Schmidt
          Politischer Korrespondent für Russland und die GUS in Moskau.

          Bei früheren Vorführungen hatten Menschenrechtsaktivisten und Protassewitschs im Exil in Polen lebende Eltern an dem jungen Mann Spuren von Misshandlung ausgemacht. Jetzt sah man keine. Vielleicht, damit das Aussehen des jungen Mannes nicht den Text konterkariert, den er vortrug: „Ich fühle mich absolut wunderbar.“ – „Niemand hat mich geschlagen, keiner hat mich angerührt.“ – „Meine Eltern werden benutzt, hinter ihnen stehen Politiker.“ – „Ich habe verstanden, welchen Schaden ich meinem Land verursacht habe.“

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