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Videobotschaft : IS will Amerikaner enthauptet haben

  • Aktualisiert am

Mutmaßliches Opfer des Islamischen Staats: Der amerikanische Kriegsreporter James Foley, aufgenommen 2012 in Aleppo Bild: picture alliance / AP Photo

Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ hat ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung des vermissten amerikanischen Journalisten James Foley zeigen soll. Das britische Außenministerium hält es für authentisch.

          Radikale Islamisten des „Islamischen Staates“ (IS) haben ein Video veröffentlicht, das die Enthauptung eines amerikanischen Journalisten zeigen soll. Laut Angaben der Terrormiliz handelt es sich bei dem Opfer um den 40 Jahre alten Kriegsreporter James Foley.

          Der IS gibt an, Foley aus Vergeltung für die amerikanische Militäroffensive gegen sie umgebracht zu haben. Sollte Washington seine Luftschläge nicht einstellen, würden weitere Menschen sterben.

          Die Aufnahmen wurden am Dienstagabend unter dem Titel „Eine Botschaft an Amerika“ ins Internet gestellt. Foley, der als renommierter Fotograf für verschiedene Redaktionen arbeitete, war vor zwei Jahren in Syrien entführt worden. Zahlreiche seiner Kollegen äußerten sich in sozialen Medien bestürzt über seinen möglichen Tod. In dem Video wird zudem ein zweiter Mann vorgeführt, bei dem es sich um Steven Sotloff, einen weiteren verschleppten amerikanischen Journalisten handeln soll. Ob auch er sterbe, hänge von Präsident Barack Obama ab.

          Der britische Außenminister Philip Hammond stufte das Video als echt ein. Alle Kennzeichen der Terrorbotschaft wirkten „authentisch“, sagte der britische Außenminister Hammond. Britische Geheimdienste fahnden nun nach der Identität des Täters, der mit britischem Akzent gesprochen haben soll. Premierminister David Cameron bricht deswegen seinen Urlaub ab und kehrt nach London zurück. Cameron, der mit seiner Familie im Urlaub in Cornwall war, werde sich mit Hammond und Regierungsbeamten beraten, teilte der Regierungssitz in der Londoner Downing Street mit.

          „Die Geheimdienste arbeiten so schnell wie möglich, um die Authentizität festzustellen“, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates von Amerikas Präsident Barack Obama. „Falls es echt ist, dann sind wir entsetzt über die brutale Ermordung eines unschuldigen amerikanischen Journalisten.“ Obama wurde noch auf dem Rückflug in den Urlaub an Bord der Air Force One vom stellvertretenden Sicherheitsberater Ben Rhodes über das Video informiert.

          Terroristen drohen mit weiterer Exekution

          Das Internet-Video zeigt zunächst Fernsehbilder von Obama, wie er die jüngsten Luftangriffe auf Stellungen der IS im Irak bekanntgibt. Anschließend ist ein kniender Mann zu sehen, bei dem es sich um Foley handeln soll. Dieser ruft seine Familie und Freunde auf, gegen die amerikanische Regierung als „eigentlichen Mörder“ vorzugehen. Ein zweiter, maskierter Mann mit einem Messer steht neben ihm. Dieser wirft den Vereinigten Staaten  vor, bei den Luftangriffen Muslime getroffen zu haben. „Sie kämpfen nicht mehr gegen einen Aufstand“, sagt er an Amerika gerichtet. „Wir sind eine islamische Armee und ein Staat, der von einer großen Zahl von Muslimen weltweit anerkannt wird.“ Danach wird die Enthauptung gezeigt.

          Zuletzt wird ein zweiter Gefangener vorgeführt, der in einem Schriftzug als Sotloff identifiziert wird. „Das Leben dieses amerikanischen Bürgers, Obama, hängt von Ihrer nächsten Entscheidung ab“, sagt der Maskierte. In dem Video werden arabische und englischen Schriftzüge verwendet. Der maskierte Mann spricht Englisch mit einem britischen Akzent. Foley war fünf Jahre in Syrien tätig und wurde am 22. November 2012 von Unbekannten entführt. Sotloff wird seit August 2013 vermisst, ebenfalls in Syrien.

          Die Mutter von James Foley geht inzwischen fest vom Tod ihres Sohnes aus. Auf der Facebook-Seite „Free James Foley“ schrieb Diane Foley: „Wir sind niemals stolzer auf unseren Sohn Jim gewesen. Er gab sein Leben, um die Welt auf das Leid der Menschen in Syrien aufmerksam zu machen.“. Sein mutmaßlicher Tod wirft nun das Licht auf die Brutalität der islamistischen Gotteskrieger.

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