https://www.faz.net/-gpf-9duhx

Wegen Inhaftierung : Journalist Deniz Yücel verklagt die Türkei

  • Aktualisiert am

Yücel nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis in der Türkei (Aufnahme aus dem März in Berlin) Bild: dpa

Der deutsch-türkische Journalist saß ein Jahr in Haft. Nun verlangt Deniz Yücel eine Entschädigung für seine „unrechtmäßige Inhaftierung“.

          1 Min.

          Der „Welt“-Korrespondent Deniz Yücel klagt einer Journalistenorganisation zufolge auf Entschädigung für seine Inhaftierung in der Türkei. Wie die türkische Abteilung von „Reporter ohne Grenzen“ am Mittwoch bei Twitter mitteilte, verlangt der deutsch-türkische Journalist eine Million Lira (umgerechnet 132.000 Euro) Schadenersatz für seine „unrechtmäßige Inhaftierung“. Demnach soll das Verfahren am 25. September vor einem Gericht in Istanbul beginnen. Yücel wird dabei von seinem Anwalt Veysel Ok vertreten.

          Yücel war Mitte Februar nach einem Jahr in Untersuchungshaft entlassen worden und nach Deutschland ausgereist. Dem Journalisten werden wegen seiner Artikel „Volksverhetzung“ und „Terrorpropaganda“ vorgeworfen. Auch nach seiner Freilassung geht das Verfahren gegen ihn weiter, die nächste Anhörung ist für den 20. Dezember angesetzt. Yücel und seine Unterstützer betrachten die Vorwürfe als politisch motiviert.

          Der Fall hat die deutsch-türkischen Beziehungen massiv belastet, doch hatte sich das Verhältnis zuletzt wieder entspannt. Erst vergangene Woche konnte die deutsche Übersetzerin und Journalistin Mesale Tolu ausreisen, die vergangenes Jahr ebenfalls mehrere Monate in U-Haft verbracht hatte. Auch nach Yücels Freilassung sitzen allerdings laut dem Auswärtigen Amt noch immer sieben deutsche Bürger aus politischen Gründen in der Türkei in Haft.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Auf Truppenbesuch: Wolodymyr Selenskyj

          Ukraine-Konflikt : Kiews West-Offensive

          Angesichts des russischen Truppenaufmarsches sucht der ukrainische Präsident Selenskyj die Nähe zu EU und Nato. Kann er so das Blatt im Osten seines Landes wenden?
          September 2020: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verfolgt im Bayerischen Landtag eine Rede von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler).

          Die K-Frage der Union : Söder muss nur noch zuschauen

          Die Unterstützung in der CDU für die Kanzlerkandidatur von Armin Laschet bröckelt Stück für Stück. Umso entschlossener wirkt die CSU. Die christsoziale Kampfmaschine funktioniert reibungslos.
          Ein Hubschrauber im Einsatz über dem Tafelberg

          Brand am Tafelberg : Kapstadts Universität in Flammen

          In der südafrikanischen Küstenstadt ist am Sonntag ein verheerendes Feuer ausgebrochen. Auch das Bibliotheksgebäude der Universität mit seiner historischen Sammlung steht in Flammen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.