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Tod vor der Botschaft : Jordanien klagt israelischen Wachmann an

  • Aktualisiert am

Jordanische Demonstranten am Freitag in der Nähe der israelischen Botschaft in Amman Bild: EPA

Vor einer Woche hatte ein israelischer Wachmann zwei Jordanier auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Amman erschossen. Zunächst schien er mit seiner Notwehr-Version durchzukommen. Nun droht ihm doch eine Mordanklage.

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          Die jordanische Staatsanwaltschaft hat einen Wachmann der israelischen Botschaft in Amman wegen Mordes angeklagt. Der Mann hatte vor einer Woche zwei Jordanier auf dem Gelände der israelischen Botschaft erschossen. Er sei nun wegen Mordes und unerlaubten Waffenbesitzes angeklagt worden, sagte der Leiter der Staatsanwaltschaft, Akram Masaadeh, am Freitag der jordanischen Nachrichtenagentur Petra. Der Zwischenfall hatte die diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Jordanien belastet.

          Nach den Freitagsgebeten demonstrierten in Jordaniens Hauptstadt Amman hunderte Menschen gegen Israel. Besonderen Unmut riefen Fotos hervor, die den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu bei der Begrüßung des nach Israel zurückgekehrten Wachmanns zeigten. Derzeit steht Israel in der arabischen Welt ohnehin wegen der Unruhen auf dem Tempelberg in Jerusalem in der Kritik.

          Israel will Untersuchung einleiten

          Der jordanische Staatsanwalt hofft, dass der israelische Sicherheitsmann trotz diplomatischer Immunität verurteilt werde. Der Mann hatte Anfang der Woche Jordanien verlassen und war nach Israel zurückgekehrt. Auch Jordaniens König Abdullah II. forderte Israel unter der Woche auf, den Wachmann vor Gericht zu stellen.

          Israel kündigte eine Untersuchung gegen den Wachmann an, wie das israelische Außenministerium am Freitagabend mitteilte. Die Untersuchung werde den anerkannten rechtlichen Verfahren folgen. Israel werde Jordanien über die Entwicklungen auf dem Laufenden halten.

          Nach Angaben des israelischen Außenministeriums hatte ein siebzehnjähriger jordanischer Arbeiter den Wachmann mit einem Schraubenzieher angegriffen. Daraufhin habe er den Jungen erschossen und auch den unbeteiligten jordanischen Vermieter versehentlich tödlich verletzt. Jordanische Regierungsvertreter hatten zunächst ebenfalls von einem Versehen gesprochen.

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