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Johnsons Corona-Strategie : Labour macht nicht mehr mit

Deutliche Absetzbewegungen von Boris Johnsons Corona-Kurs: Labour-Chef Keir Starmer am Mittwoch im Unterhaus Bild: AFP

Bislang hat die stärkste Oppositionspartei in Großbritannien die Corona-Maßnahmen der Regierung mitgetragen. Nun ändert die Labour-Partei ihre Strategie – und könnte schon am Montag den ersten Sieg über Johnson davontragen.

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          Sollte das Unterhaus am Montag über die (schon geltende) Sperrstunde für Pubs von 22 Uhr an abstimmen, muss Boris Johnson erstmals um seine Mehrheit bangen. Der Grund ist die Labour Party, die sich offiziell noch nicht festgelegt hat, aber erkennbar zu einem „No“ tendiert. Gemeinsam mit den Tories, denen die Schutzmaßnahmen zu weit gehen, könnte es für den ersten Sieg über Johnson reichen. Es wäre die Frucht eines weiteren bemerkenswerten Kurswechsels bei der Labour Party.

          Jochen Buchsteiner
          Politischer Korrespondent in London.

          Bis vor kurzem hatte Oppositionsführer Keir Starmer die Regierung zwar kritisiert, ihre Corona-Maßnahmen aber mitgetragen. Oft gingen sie ihm nicht weit genug. Aber am Dienstag hielt er seine Abgeordneten an, in der Abstimmung über die „Rule of Six“ – dem Versammlungsverbot von mehr als sechs Personen – nicht mit der Regierung zu stimmen. Viele sahen die Enthaltung der Labour Party als Einstieg in eine neue Oppositionspolitik. Am Mittwoch griff Starmer den Premierminister im Unterhaus an: Er stellte die „wissenschaftliche Grundlage“ für die Sperrstunde in Frage und forderte die Regierung auf, die Daten – sofern existent – zugänglich zu machen.

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