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Ambitionierte Ziele : Johnson profiliert sich als Klimaschützer

  • -Aktualisiert am

Gutes Gesprächsklima: Boris Johnson am Montag im Kommunalwahlkampf in Wolverhampton Bild: Reuters

Zurzeit reden alle über Klimaschutz. Deshalb tut es natürlich auch Boris Johnson. Vielleicht gelingt dem britischen Premierminister ja noch mehr. Botschaften unters Volk bringen kann er ja.

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          Kaum jemand kann Dinge so kraftvoll ankündigen wie der britische Premierminister Boris Johnson, der sich zugute hält, immer das Ohr am Puls der Zeit zu haben. Er weiß, dass das Thema Klimaschutz gerade jetzt große Aufmerksamkeit genießt, veranstaltet der amerikanische Präsident Joe Biden doch eine Online-Konferenz, auf der die große Zusammenkunft im November in Glasgow vorbereitet werden soll.

          Mit Johnsons Ankündigungen verhält es sich so wie mit allen Verlautbarungen zu diesem Thema. Diejenigen, die jetzt ambitionierte Ziele verkünden, wissen ganz genau, dass sie nicht mehr für deren Erfüllung geradestehen müssen, weil sich der Prozess über Jahrzehnte erstrecken wird. Trotzdem ist es gut, dass sich die Welt schon jetzt auch um andere Dinge kümmert als um die Corona-Pandemie.

          Wie steht es um die Akzeptanz?

          Welche Veränderungen des täglichen Lebens die Verfolgung der Klimaziele mit sich bringen wird, ist vielen noch gar nicht bewusst, nicht nur in Britannien. Die Akzeptanz für viele Maßnahmen wird womöglich nur langsam zunehmen, weil erst allmählich deutlich wird, was ein „Weiter so“ bedeuten würde.

          Gerade in dieser Situation braucht es Politiker vom Typ eines Boris Johnson. Über dessen Art lässt sich mit Recht viel Negatives sagen. Aber er hat ohne Zweifel die Fähigkeit, Botschaften unters Volk zu bringen. Wenn er es dann auch noch schaffte, die Veränderungen wirklich in Gang zu setzen, sei ihm manches verziehen.

          Peter Sturm
          Redakteur in der Politik, zuständig für „Politische Bücher“.

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