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Neuer Schub für Mega-Projekt : Johnson plant Brücke zwischen Schottland und Nordirland

  • Aktualisiert am

Boris Johnson hält stets Ausschau nach großen Bauprojekten. Bild: Reuters

Boris Johnson ist als Liebhaber von großen Bauprojekten bekannt. Nun treibt er offenbar ein Projekt voran, mit dem er schon länger liebäugeln soll: eine Brücke zwischen Schottland und Nordirland. Das Mega-Projekt ist umstritten.

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          Die Idee gibt es schon seit Jahren, doch nun wird die Planung offenbar konkreter: Nach dem Vollzug des Brexit liebäugelt Boris Johnson mit einem neuen Großprojekt – er setzt sich nach Angaben seines Sprechers für eine Brücke zwischen Schottland und Nordirland ein. Eine Prüfung sei „im Gange“, gab Downing Street am Montag bekannt. Wie die britische „Times“ berichtet, wird der britische Premierminister demnächst erste Pläne für den Bau erhalten. Johnson, der ein Liebhaber großer Infrastrukturprojekte ist, hatte den Brückenbau laut Medienberichten bereits im vergangenen Frühjahr prüfen lassen, als er noch nicht Premierminister war.

          Downing Street bestätigte am Montag, dass Johnson eine Reihe von Beamten damit beauftragt habe, eine Rahmenstudie für das Projekt durchzuführen. Der Sprecher des Premierministers sagte, es sei eine „gute Arbeit“, und Johnson sei „ehrgeizig“ in Bezug auf Infrastrukturprojekte im ganzen Land. Wann die Entwürfe fertig sein würden, ließ er offen.

          Befürworter sehen in der Brücke eine Möglichkeit, die Beziehung der Landesteile zu stärken, die durch den Brexit belastet wird. Kritiker stellen jedoch die Machbarkeit infrage. Sie weisen auf die große Meerestiefe und den stetigen Wind auf See hin. Die Meerenge ist an der engsten Stelle 19 Kilometer breit. Der Ort, der sich laut dem „Guardian“ nach Meinung von Experten für den Bau am ehesten eignen würde, ist 45 Kilometer breit – diese Distanz zu überbrücken, sei äußerst komplex.

          Die Kosten für das Mega-Projekt dürften hoch sein: 2007 schätzte das Centre for Cross Border Studies die Kosten einer solchen Brücke zwischen den Inseln auf 4,1 Milliarden Euro. Nun könnten es laut Experten mindestens 17 bis 23 Milliarden Euro sein.

          Johnson ist für seine Vorliebe für große Infrastrukturprojekte bekannt. Als Londoner Bürgermeister wollte er nach Vorbild der New Yorker „High Line“ eine neue Brücke über die Themse bauen. Es sollte eine Gedenkstätte für die verstorbene Prinzessin Diana werden. Das Projekt scheiterte letztlich an den hohen Kosten von rund 63 Millionen Euro. Auch eine Seilbahn, die er über die Themse bauen ließ und die als Teil des öffentlichen Nahverkehrs genutzt werden sollte, floppte. Die Besucherzahlen sind niedrig – und die öffentlichen Kassen steuerten 24 Millionen Pfund zur Finanzierung bei.

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