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Zum Tod John McCains : Eine starke Stimme für die Bündnistreue

John McCain 2008 bei einer Wahlkampfveranstaltung in Tampa, Florida Bild: AFP

Der essentielle Unterschied zwischen McCain und Trump liegt nicht in ihren Positionen. Sie standen für unterschiedliche Typen von Politikern. Ein Kommentar.

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          Der europäische und vor allem der deutsche Blick auf John McCain war lange Zeit nicht so positiv, wie man jetzt aufgrund der Würdigungen nach seinem Tod denken könnte. In vielen Fragen der internationalen Politik sind führende europäische Politiker mit dem amerikanischen Senator über Kreuz gelegen. McCain war ein engagierter Befürworter des Irakkriegs, über den es vor fünfzehn Jahren zu einem tiefen Zerwürfnis zwischen den (meisten) Europäern und den Vereinigten Staaten gekommen ist. Und noch bis zuletzt setzte er sich massiv für Waffenlieferungen an die Ukraine ein, was in den maßgeblichen europäischen Hauptstädten auf wenig Gegenliebe stieß.

          Dennoch ist es nicht nur den guten Sitten und der Pietät geschuldet, dass nun europäische Staats- und Regierungschefs in den höchsten Worten an den Senator aus Arizona erinnern. Der Kontrast zu Donald Trump ließ deutlich werden ließ, welchen Wert Politiker wie McCain haben.

          Eine starke Stimme für die Bündnistreue

          In einer Zeit, in der der amerikanische Präsident keine Verbündeten mehr kennt, mit Diktatoren schmust und demokratischen sowie rechtsstaatlichen Gepflogenheiten mit offener Verachtung begegnet, fehlt nun eine starke Stimme für die Bündnistreue. Nicht, dass Trump auf ihn gehört hätte – aber es war gut zu wissen, dass es auch dieses Amerika noch gibt.

          Der essentielle Unterschied zwischen McCain und Trump liegt freilich nicht in ihren Positionen. Sie standen für unterschiedliche Typen von Politikern: McCain stellte sich in den Dienst einer Sache, er vertrat seine Überzeugungen mit Argumenten, die er aus der Wirklichkeit bezog und achtete seine politischen Gegner. Trump dagegen dient nur seinem Ego, beschimpft und beleidigt alle, die ihn kritisieren, schert sich nicht um Fakten, verdreht die Wahrheit und lügt.

          Jemand wie McCain steht für den Wert des – auch hart ausgetragenen – Streites in einer Demokratie, während mit jemandem wie Trump eine sachliche Auseinandersetzung kaum möglich ist. Wesensverwandte des amerikanischen Präsidenten sind derzeit in vielen Demokratien auf dem Vormarsch: die regierenden italienischen Populisten mit Hasstiraden gegen die EU etwa, oder ein, zwei Kragenweiten kleiner, Führungspolitiker der AfD in Deutschland. Die Erinnerung an John McCain ist eine Mahnung, ihnen nicht nachzugeben.

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