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Biden warnt : „So nah am Armageddon wie seit 1962 nicht“

  • -Aktualisiert am

US-Präsident Joe Biden Bild: AP

US-Präsident Joe Biden warnt vor der Gefahr einer nuklearen Konfrontation mit Russland. Auf einer Parteiveranstaltung vergleicht er die Lage mit der Kuba-Krise.

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          US-Präsident Joe Biden hat einen Auftritt vor Parteianhängern genutzt, um vor der Gefahr einer nuklearen Konfrontation mit Russland zu warnen. Bei einer Spenden-Gala für die Kongresswahlen im November sagte er am Donnerstagabend in New York, die Welt habe seit der Kuba-Krise im Jahr 1962 nicht vor der Aussicht auf ein „Armageddon“ gestanden. Das berichteten mitreisende Journalisten, die allerdings nicht mit im Raum saßen.

          Majid Sattar
          Politischer Korrespondent für Nordamerika mit Sitz in Washington.

          Weiter habe Biden gesagt, er kenne den russischen Präsidenten Wladimir Putin ziemlich gut. Dieser scherze nicht, wenn er über den potentiellen Einsatz taktischer Atomwaffen sowie über Chemie- und Biowaffen spreche. Dessen Militär schwächele in den Kampfhandlungen in der Ukraine. Er, Biden, glaube nicht, dass es möglich wäre, einfach taktische Atomwaffen einzusetzen, wie dies Putin Mitte September angedroht hatte, ohne dass dies zu einem „Armageddon“ führen würde.

          USA warnen vor „katastrophalen Folgen“

          Russland hatte zuletzt angesichts der erfolgreichen ukrainischen Gegenoffensive vier besetzte ukrainische Gebiete völkerrechtswidrig annektiert. Putin kündigte an, man werde sie mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigen.

          Jake Sullivan, der Nationale Sicherheitsberater des Weißen Hauses, hatte schon im September gesagt, Washington nehme die Drohungen, welche er als unverantwortlich bezeichnete, sehr ernst. Auch warnte Sullivan, der Einsatz taktischer Nuklearwaffen werde „katastrophale Folgen“ haben. Doch fügte er hinzu, man sehe derzeit keine Anzeichen, dass Moskau Atomwaffen einsetzen werde.

          Gleichwohl sprach Sullivan öffentlich darüber, dass man mit Moskau über einen direkten Draht kommuniziere – und diese Kommunikation auch die „entscheidenden Reaktionen“ beinhalte, welche Washington wählen würde, wenn Moskau diesen „dunklen Weg“ beschreite. Wie die F.A.Z. schon nach der Drohung Putins berichtete, erwägt Washington für den Fall einen konventionellen Schlag gegen russische Stellungen in der Ukraine.

          Dass Biden nun den Vergleich zur Kuba-Krise 1962 zog, könnte auch mit dem Wahlkampf zu tun haben. Dass der Präsidenten eine Parteiveranstaltung wählte, spricht dafür. Er musste wissen, dass seine Worte die vor der Tür sitzenden Journalisten erreichen würden. Jedenfalls wählte Biden den Vergleich mit John F. Kennedy und den dramatischen Stunden der erfolgreichen Geheimdiplomatie vor sechzig Jahren.

          Kennedy reagierte seinerzeit auf die Stationierung sowjetischer Mittelstreckenraketen auf Kuba, welche amerikanische U-2-Flugzeuge entdeckt hatten, mit einer Seeblockade. In jenen 13 Tagen im Oktober kamen die Supermächte einem Atomkrieg so nah wie nie. Kennedy blieb standhaft, wenngleich der letztlich gefundene Kompromiss nicht nur den Raketenabzug der Sowjets enthielt, sondern auch – Monate später -  den Abzug amerikanischer Jupiter-Raketen aus der Türkei.   

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